Großenkneten - Paul Schmidtchen drehte das „Rad der Erkenntnis“ so schnell er konnte – eine Konstruktion wie beim bekannten Glücksrad, nur mit Ländernamen wie Irak/Syrien, Polen, Russland, Pakistan oder Bulgarien auf den Feldern. Gespannt schaut der Kneter, wo das Rad stehen bleiben würde: bei „Polen“. Damit war seine Rolle für die nächsten Minuten beim Diakonie-Fest in Großenkneten klar: Er schlüpfte in die Rolle der 23-jährigen Polin Katharina Klimaszewske, die seit zwei Jahren in Quakenbrück lebt und hier auf Eigeninitiative mit ihrem deutschen Freund in nur einem Jahr Deutsch lernte und irgendwann beim Zoll anfangen oder als Fremdsprache-Korrespondentin tätig sein möchte.

„Gemeinsam Feuer und Flamme“ lautete das Motto, unter dem am Sonnabend die Kirchengemeinde Großenkneten und das Diakoniebüro zum Diakonie-Fest einluden. Dabei war diese Veranstaltung nur ein Baustein von vielen, denn gefeiert wird in der Diakonie in Delmenhorst und dem Oldenburger Land noch bis Mittwoch die „Woche der Diakonie“. Allein in Großenkneten waren es 15 Mitmachangebote, die nicht nur die Verzahnung von Kirche und Diakonie, sondern auch das Aufgabenfeld diakonischer Arbeit aufzeigten.

Wie Paul Schmidtchen machten dabei auch viele am Stand der Migrationsberatung der Diakonischen Werke in Delmenhorst/Oldenburg Land bei Erwin Dierks Halt. In einem Frage- und Antwortspiel erfuhr er von Katharina, wie sie nach Deutschland gekommen war, um hier zu studieren oder zu arbeiten.

Nur eines von vielen Angeboten, bei denen die Menschen miteinander ins Gespräch kamen, sich kennenlernten, neue Kontakte knüpften. Da war zu erfahren, wie Alkohol oder Drogen das eigene Empfinden beeinträchtigen. Wer die „Suchtbrille“ aufsetzte, kam urplötzlich in den „Rauschzustand“, der die Bewegungsabläufe beeinflusste.

Rund 80 Gäste genossen derweil Kaffee und Kuchen in der alten Schmiede, dem jetzigen Diakonie-Büro in Großenkneten. Ferner gab es Infos zur Woche der Diakonie und ein offenes Singen mit Diakonie-Pfarrer Dietrich Jaedicke. Auch das Kräutersalz-Herstellen mit Evi Gallus genoss Zulauf, ebenso Sitzgymnastik im Karkhus. Und wer wollte, konnte auch die Welt der Menschen mit Handycap bei der „Rolli-Selbsterfahrung“ kennenlernen.

Die christlichen Pfadfinder aus der Sager Schweiz versorgten mit Grillwurst, die Wohnungslosen-Hilfe informierte, und Infos ums Stromsparen gab es beim Regionalen Umweltzentrum.

Am Ende trafen sich Besucher und Teilnehmer zum Abschlussgottesdienst mit Pastor Jaedicke in der Christuskirche.