Sande - Als die katholische St. Bonifatius-Kirche in Sande im Jahr 1962 zwei Tage vor Weihnachten eingesegnet wurde, mögen wohl ebenso viele Christen den feierlichen Gottesdienst miterlebt haben, wie jetzt zur Feier des 50-jährigen Jubiläums. Dechant Andreas Bolten und die früheren Sander Pfarrer Bernhard Thiel und Herbert Graf von Merveldt feierten ein Hochamt in der Kirche, die bis auf den letzten Platz besetzt war.

Die St. Bonifatius-Kirche erlebte überaus wechselvolle Zeiten. Nachdem durch die Kriegsmarinewerft in den 1940er Jahren immer mehr katholische Familien zugezogen waren, entstand zunächst im Sander Ortsteil Cäciliengroden eine Holzkirche, in der die Katholiken ihre Gottesdienste feierten. Darüber hinaus war große Flexibilität und Improvisation gefragt, bis die Backsteinkirche in Sande erbaut wurde.

Mit den zwei großen Rundtürmen wirkt sie einzigartig, ist allerdings nach einem Vorbild aus der Eifel konzipiert worden. Ständig waren die Kirche und die Gemeinde dem Wechsel unterzogen. So entstand 1966 das benachbarte Pfarrhaus, gut 20 Jahre später das Pfarrheim und die angegliederte Bücherei. 1994 wurde die Kirche komplett renoviert und nach den Vorgaben des zweiten Vatikanischen Konzils umgestaltet. Erst 1995 wurden die Reliquien der Heiligen Theresa unterhalb des Altars eingemauert und die Kirche samt Altar durch Bischof Reinhard Lettmann geweiht.

Während eines gut besuchten Empfangs im Anschluss an den Gottesdienst erinnerten Graf von Merveldt und Bruno Drücker, Vorsitzender im Ortsausschuss der Kirchengemeinde, an viele Stationen der Kirche. Nachdem die Gemeinde anfangs von starkem Wachstum gekennzeichnet war, wird sie heute kleiner. Erst vor fünf Jahren hat es deshalb eine Fusion mit acht weiteren Gemeinden zur großen Wilhelmshavener Pfarrgemeinde St. Willehad gegeben.

Froh sei man aber, dass die Filialkirche in Sande auch in der Gebäudenutzung weiterhin Bestand haben soll, so Drücker. Wie berichtet, wird die Pfarrgemeinde St. Willehad wegen Personalmangels verkleinert: Statt in neun Kirchen wird es mittelfristig nur noch in drei Kirchen Heilige Messen geben – in Sande, in Roffhausen und in der Wilhelmshavener Pfarrkirche St. Willehad.