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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schrille Abenteuer ziemlich ungleicher Freunde

07.09.2017

Oldenburg Woody Allen, Tom Wolfe und Jules Feiffer, drei aus der vordersten Reihe der Kultur-Intellektuellen an der amerikanischen Ostküste. Allen, der Regisseur, Wolfe, der Romancier, und Feiffer … ja doch, auch den Cartoonisten mit dem beißenden Humor kann man hierzulande kennen. Sein ab dem Jahr 1957 in vielen Zeitschriften publizierter Sechs-Bilder-Comicstrip „Bernard and Huey“ verschaffte Feiffer viel Ruhm und Ehre.

Der Zeichner selbst verfasste bereits 1986 ein Manuskript, um die schrillen Abenteuer der ungleichen Freunde in New York auf die Leinwand zu bringen. Doch erst jetzt realisierte Regisseur Dan Mirvish das Projekt. Die Folge: „Bernard and Huey“ läuft als Weltpremiere beim Oldenburger Filmfest (13. bis 17. September).

Aus der Zusammenarbeit von Mirvish (40) und Feiffer (88) entstand ein amüsanter, aber auch ein nachdenklicher Film. Bernard, der intellektuelle Medienmann und Frauenschwarm, und Huey, der liebenswerte Ärmelaufkrempel-Typ, treffen sich nach 25 Jahren wieder. Die Freunde haben sich ihre Eigenarten bewahrt, und beide fallen dann auch sofort in ihre Rollenmuster zurück: Bernard (gespielt von Oscar-Preisträger Jim Rash) und Huey („Saturday Night Live“-Star David Koechner) versuchen sich in tiefschürfenden Gesprächen gegenseitig zu übertreffen – und sich den Damenbekanntschaften des jeweils anderen absichtsvoll zu nähern. Das wird in dem Moment heikel, da Bernard an Hueys Tochter Zelda (Mae Whitman) gerät.

Die Freundschaft gerät nämlich da in Gefahr, wo die Gefühle entstehen. Das merken sie bereits beim pointenreichen Frotzeln (Huey: „Nizza? Wird auch überschätzt!“ – Bernard: „Rock’n’Roll und Bücher, das bin ich!“), vor allem aber bemerken sie es in ihrem waghalsigen Sexleben. Für Eifersucht bleibt keine Zeit, die nächste Gelegenheit steht ja schon vor der Loft-Tür. Bis Zelda naht.

Die Art, wie Mirvish und Feiffer den Alltag der New Yorker Intellektuellen (bzw. denen, die sich dafür halten) auf die Schippe nehmen, ist bewundernswert. Denn sie machen mit dieser heftigen Satire auch vor sich und Ihresgleichen nicht Halt. Klug ist eben, wer auch darüber lachen kann.


Film zur Entstehung des Films:   www.bit.ly/film-bernard 
Klaus Fricke

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