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Von Jasper Rittner
Frage:
Herr Raacke, schauen Sie eigentlich privat Tatort?
Raacke:
Natürlich. Berufsbedingt muss ich ja sehen, was die anderen so machen. Und viele sind ja auch gute Unterhaltung.
Frage:
Welche Kollegen ermitteln denn am spannendsten?
Raacke:
Axel Prahl macht in Münster einen guten Job. Das ist komödiantisch und manchmal sehr ungewöhnlich. Gut gefällt mir auch der neue Tatort aus Hamburg. Das ist mal etwas anderes. Und die Bayern, die sind ja schon echte Klassiker.
Frage:
Leitmayr und Batic können vermutlich auch keine andere Rolle mehr spielen. Man stelle sich den Batic als Kapitän im Traumschiff oder Bösewicht in einem Krimi vor. Solche Rollen würde dem doch kein Zuschauer mehr abnehmen.
Raacke:
Das ist in der Tat die Gefahr, wenn man mit einer Rolle zu präsent ist. Wir drehen pro Jahr nur zwei Berliner Tatorte. Das finde ich gut. Da bleibt noch Spielraum für andere Dinge. Ich habe es mal mit Götz George erlebt: Wir waren zusammen unterwegs, und jemand sprach ihn als Horst Schimanski an. Das hat ihm gar nicht gefallen.
Frage:
Also frage ich besser mal nicht, ob ich Sie mit Ritter ansprechen darf. Wie lange wollen Sie den Ritter eigentlich noch spielen?
Raacke:
Ich mache das jetzt seit etwas über zehn Jahren. Noch macht es mir großen Spaß. Und so lange das so ist, mache ich mir darüber keine Gedanken. Am Dienstag beginnt schon unser nächster Dreh in Berlin. Und ich freue mich schon sehr drauf.
Frage:
Vorher hat aber noch ihr letzter Tatort Premiere. In „Schweinegeld“ muss ihr Kollege Boris Aljinovic fast die ganze Arbeit allein machen . . .
Raacke:
Das ist auch bei der Premiere so. Ich gehe mir nämlich nicht unseren Film anschauen, sondern fahre in die JVA.
Frage:
Warum?
Raacke:
Eigentlich war ich trotz zehn Jahren Tatort noch nie im Gefängnis. Wir haben immer nur in stillgelegten Gebäuden gedreht. Einmal sogar in einem ehemaligen Stasi-Knast. Ich bin sehr gespannt und neugierig, wie die Realität wirklich aussieht. Und die Oldenburger JVA hat ja einen tollen Ruf. Nirgendwo auf der Welt gibt es ein Filmfestival, das Kino im Gefängnis zeigt.
Frage:
Vielleicht bekommen Sie ja dort auch Anregungen für Ihr anderes Projekt. Sie sind ja Autor der Musterknaben. Eine Fortsetzung ist doch langsam überfällig.
Raacke:
Wir haben schon einiges an Material zusammen. Aber noch sind das ungelegte Eier. Viel wichtiger als Zukunftsprojekte ist aber, dass Sie meinen Namen richtig schreiben. Das wird nämlich ständig falsch gemacht.