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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Der bekannteste Unbekannte

31.08.2017

New York /Oldenburg Edward R. Pressman. Wie bitte, den kennen Sie nicht?

Aber „Wall Street“ oder „Die Krähe“ oder sogar „Conan der Zerstörer“, die sind ihnen bekannt?

Dann kennen Sie auch Ed Pressman, der heute 74-Jährige hat schließlich diese und viele weitere erfolgreiche Kinofilme als Produzent betreut. Hierzulande richtig bekannt wird der gebürtige New Yorker nun vom 13. bis zum 17. September: Dann ehrt das 24. Oldenburger Filmfest ihn und seine Arbeit mit einer großen Retrospektive.

Alle Berichte zum Oldenburger Filmfest hier im Spezial

Finanzielle Risiken

Es ist durchaus ungewöhnlich (und fürs Oldenburger Festival eine Premiere), dass ein Produzent im Mittelpunkt des Geschehens steht. Landläufig gilt so einer ja als Mensch, der einen Film finanziert und darum meint, sich in die künstlerischen Belange des Regisseurs und der Schauspieler einmischen zu dürfen. Bisweilen nimmt das Publikum den Produzenten deshalb als störend wahr – wenn es ihn denn überhaupt wahrnimmt. Bei Ed Pressman aber liegt die Sache anders.

Der Mann hat offensichtlich ein Gespür dafür, cineastische Talente zu entdecken. Und sie zu fördern, was immer auch mit finanziellen Risiken verbunden ist.

Pressman hat oft gewagt und meistens gewonnen. Er produzierte die ersten größeren Regieversuche von Terence Malick („Badlands“, 1973) und Oliver Stone („Die Hand“, 1981), er gab Brian de Palma mit „Die Schwestern des Bösen“ (1973) und „Das Phantom im Paradies“ (1975) die Chance, seinen Hitchcock-Stil zu verfeinern und berühmt zu machen – und er ließ Sylvester „Rocky“ Stallone auf den Regiestuhl („Vorhof zum Paradies“, 1978), mit durchaus respektablem Erfolg.

US-Produzent Edward R. Pressman BILD: Imago

Diese Filme werden in der Retrospektive gezeigt

Das Werk des US-Filmproduzenten Edward R. Pressman (74) wird beim Oldenburger Filmfest (13. bis 17. September) mit acht Spielfilmen gewürdigt. Die Retrospektive umfasst die folgenden Filme:

„The Revolutionary“ (entstanden 1970) mit den Schauspielern Seymour Cassel und Jon Voight, Regie führt Paul Williams; „Badlands“ (1973) mit Sissy Spacek und Martin Sheen; „Phantom of the Paradise“ (1974) mit William Finlay, Regie Brian de Palma; „Despair“ (1978) mit Dirk Bogarde, Regie führte der Deutsche Rainer Werner Fassbinder; „Talk Radio“ entstanden 1988, mit Eric Bogosian und Ellen Greene, Regie Oliver Stone; „Reversal of Fortune“ (1990) mit Glenn Close und Jeremy Irons, Regie Barbet Schroeder; „American Psycho“ (2000) mit Christian Bale und Reese Witherspoon, Regie Mary Harron; „Bad Lieutenant“ (2009) unter anderem mit Nicolas Cage und Eva Mendes.

Pressman selbst hatte nie besonderes Interesse auf einen Job vor der Kamera, das zeigte er schon in seiner Anfangszeit, die 1966 mit einem Kurzfilm begann. Von seinem späteren Geschäftspartner Paul Williams ließ er „Girl“ inszenieren, ein heute vergessenes Zwölf-Minuten-Stück, inspiriert vom gleichnamigen Beatles-Hit. Bald schon wagten sich Pressman und Williams an größere Projekte: 1969 und 1970 entstanden „Out of it“ und „The Revolutionary“, unabhängige Produktionen zwar, aber mit bekannten Darstellern wie Jon Voight, Seymour Cassel oder Robert Duvall. Und auch, als Los Angeles rief zum großen Hollywood-Kino, mochte Ed Pressman auf sein Näschen für Talente oder ausgefallene Stoffe nicht verzichten.

Kassenmagneten

An der Verfilmung von Wolfgang Petersens „Das Boot“ (1982) war er früh beteiligt, und ohne ihn wären Oscar-prämierte Streifen wie „Talk Radio“ (1988) und „Wall Street“ (1987) unmöglich gewesen, ebenso Kassenmagneten wie „American Psycho“ (2000) oder „Thank you for smoking“ (2006). Für Oldenburgs Festivalchef Torsten Neumann stand von vornherein fest, dass Ed Pressman bestens in ein Festival des unabhängigen Films passt. „Er hat immer auch mit unangepassten Außenseitern gearbeitet, nicht nur im Hollywood-Mainstream.“

Acht der über 80 von Pressman produzierten Filme werden in Oldenburg gezeigt – und der so Geehrte wird an allen fünf Tagen anwesend sein. Vielleicht spürt sein gutes Näschen ja ein neues Talent aus dem Nordwesten Deutschlands auf.

Klaus Fricke

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