Filsum - Am 10. Oktober des vergangenen Jahres verbreitete sich die traurige Nachricht in Windeseile: Ostfriesland hatte einen seiner liebenswertesten Botschafter verloren. Fernsehstar Tamme Hanken, der einem Millionen-Publikum als „XXL-Ostfriese“ und „Knochenbrecher on Tour“ bekannt geworden war, war im Alter von nur 56 Jahren an Herzversagen gestorben. Ein knappes Jahr danach erinnert nun ein Buch von Hankens Witwe Carmen an das ostfriesisch herbe Original aus Filsum.

Am Donnerstag wurde das Werk, für das sich Carmen Hanken die Hilfe von Co-Autor Kai Schmid geholt hat, offiziell vorgestellt – auf dem Hankenhof. Im Mittelpunkt von „Gemeinsamer Ausritt. Mein Leben mit dem XXL-Ostfriesen Tamme Hanken“ stehen dabei die mehr als 14 gemeinsamen Jahre des Paares. Wie die 57-Jährige erklärte, sei ursprünglich geplant gewesen, dass ihr Mann ein weiteres Buch schreibt. Dazu sei es aber nicht mehr gekommen. Darum sei es nun an ihr gewesen, dieses Projekt zu realisieren.

Viele Fotos, Anekdoten und Zitate machen nachvollziehbar, „wie Tamme als Mensch war, und wie wir unser Leben mit den Tieren gestaltet haben“, erzählt Carmen Hanken. Auch über den Werdegang von ihr, der gebürtigen Rheinländerin, erfährt der Leser einiges.

Als besonderer Moment wird die erste Begegnung im Jahr 2002 beschrieben. Mit einem klapprigen Pferdeanhänger und einem an Beckenschiefstand leidenden Tier darin hatte sie sich auf den Weg nach Filsum gemacht. „Da habe ich Tamme zu tief in die Augen geguckt“, schmunzelt die Witwe. Der Knochenbrecher kurierte ihr Pferd – doch das Tier musste als Vorwand für ein Wiedersehen herhalten. Carmen Hanken fuhr erneut mit dem nun gesunden Pferd nach Ostfriesland – irgendwann habe es da auch dem Knochenbrecher gedämmert.

Die 57-Jährige spricht von einer „tief verwurzelten Liebe“ und betont: „Tamme war einzigartig.“ Sie habe sich den Respekt dieses „Riesenmenschen“ jedoch erst erarbeiten müssen. Ihr Mann habe sich „nicht verbiegen lassen“ und Ecken und Kanten gehabt – aber auch einen besonderen „ostfriesischen Humor“. Der kommt in „Gemeinsamer Ausritt“ nicht zu kurz.

Carmen Hanken beschreibt auch den Moment des Abschieds. „Es war, wie wenn man in ein tiefes Loch fällt“, sagt sie.

Dennis Schrimper
Dennis Schrimper Kanalmanagement