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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Malerei: Mit Farbe auf die Landschaft losgelassen

29.09.2020

Fischerhude Eine dialogische Ausstellung ist gemeinhin mit dem Ziel verbunden, eine Verwandtschaft aufzuzeigen, sei es in geistiger, motivischer oder technischer Hinsicht. Im Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude begegnen jetzt die Vordergrundbilder Modersohns den schroffen Farbgefügen des dänischen Malers Per Kirkeby – mit erstaunlichem Resultat.

„Abmalen“ ungeeignet

Unter den Begründern der Worpsweder Malerkolonie ist Otto Modersohn (1865–1943) wohl als der tiefgründigste Vertreter anzusehen. Bereits als 25-Jähriger hielt er das akademische „Abmalen“ für völlig ungeeignet, um eine wesentliche Aussage über die Natur ins Bild zu bringen. Er presste Pflanzen in Bücher und sammelte Insekten, um über die Einzelheiten zu einer Kunst zu finden, „ die über das optische Sehen fast hinausgreift.“

Per Kirkeby (1938–2018) studierte zunächst Geologie, bevor er sich der bildenden Kunst zuwandte. Berühmt wurde er mit einer Malerei, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changiert. „Ich male nicht Landschaften, die es da draußen gibt. Ich male auch nicht, was man im banalen Sinn innere Landschaften nennt. Ich male ein Bild, der Prozess erinnert in vieler Hinsicht an die Prozesse, die über einen langen Zeitraum die Erde und die Landschaften geschaffen haben.“

Wechselspiel der Kräfte

Eben in dieser elementaren Bildauffassung wird die Nähe von Modersohn und Kirkeby sichtbar. Beiden geht es darum, sich dem Schaffensprozess der Natur anzunähern, ohne sie in ein Konzept hineinzuzwingen. Schließlich ist Natur kein konstantes Gegenüber, sondern entsteht aus einem fortwährenden Kräfte-Gemenge aus Sonne, Wind, Wasser und Erde.

All diese Elemente lassen das Erscheinungsbild von Natur überhaupt erst entstehen. Sie verdichten den Boden, tragen ihn ab, bilden Rinnsale oder Flüsse und lassen Vegetation wuchern, um diese mit wieder neuen Schichten zu überlagern.

Während Per Kirkebys Gemälde vage Assoziationen von Felsen, Holz, Gräsern oder Himmel hervorrufen, zeigt sich das Erfassen naturhafter Strukturen bei Modersohn am stärksten in seinen sogenannten Vordergrund- bildern. Sie lassen sich auch als Nahsichten der Landschaft beschreiben. „Man sieht in diesen Bildern kaum Konturen und keine plastischen Modellierungen, sondern ein reines Durcharbeiten von Farbe, ohne dabei abstrakt zu werden“, führt Antje Modersohn aus, die Enkelin Otto Modersohns. Gerade im Umgang mit der Farbe zeigt sich, wie es der Kunsthistoriker Erich Franz in der Einführung formulierte, die Fähigkeit beider Maler, eine sinnbildhafte „Parallelität“ zur Natur zu schaffen.

Der Reiz der Farbe

Das Leitmotiv schrieb Modersohn vor fast 130 Jahren in Worpswede: „Und beim Malen nicht sklavisch kopieren, alles trocken und langweilig machen – nein, frei auf das Wesen, das Colorit losgehen, frei schaffen. Der Reiz der Farbe kann nicht energisch genug gefasst werden“.

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