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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere Im Staatstheater Oldenburg: Puccinis „Manon Lescaut“ rüttelt am goldenen Käfig

28.09.2015

Oldenburg Zauberhaft, leidenschaftlich, gerissen, aber dennoch naiv – facettenreich ist die Titelfigur Manon Lescaut in Giacomo Puccinis (1858–1924) gleichnamiger Oper, die 1893 in Turin uraufgeführt wurde und am Sonnabend ihre Premiere in Oldenburg gefeiert hat.

Eines aber steht fest: Manon (in Oldenburg Nadja Stefanoff) hasst die Armut. Und gleichzeitig sehnt sie sich nach leidenschaftlicher Liebe. Letzteres fände sie bei dem allerdings mittellosen Des Grieux (Paulo Ferreira).

Luxus böte das Leben an der Seite von Geronte, der Manon gern als Repräsentationsfrauchen hätte. Manon entscheidet sich für Des Grieux. Kaum geht das Geld aus, flieht sie in die Arme des Reichen. Da fehlt ihr aber die Liebe. Mit Des Grieux will sie aus dem goldenen Käfig. Geronte vereitelt die Flucht, Manon wird zur Deportation nach Amerika verurteilt.

Des Grieux darf mit aufs Schiff, ein „Happy End“ bedeutet das aber nicht. Entkräftet stirbt Manon Lescaut in den Armen Des Grieuxs und mit der Hoffnung, dass „ihre Sünden vergessen und allein ihre Liebe erinnert“ würden.

Wo es Eintrittskarten gibt

Die Oper von Puccini läuft im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters. Eintrittskarten gibt es unter: Telefon  0441/222 51 11 

Alle Ð -Kritiken unter: www.nwzonline.de/premieren

Peter Hailers Inszenierung im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters setzt „Manon Lescaut“ in die heutige Zeit. In einer zugigen, von Marmorsäulen getragenen, schmucklosen Bahnhofsvorhalle (Bühne und Kostüme: Martin Fischer) begegnen sich Manon und Des Grieux erstmals. Bauzäune und Militär im dritten Akt erinnern an hochaktuelle Bilder aus unseren Medien. Dabei überfrachtet Hailer, der Oberspielleiter des Staatstheaters, das Stück nicht szenisch, lässt der Musik viel Entfaltungsraum und lenkt so den Fokus auf die Hauptfiguren.

Mit dem Gast Nadja Stefanoff hat das Oldenburgische Staatstheater eine wunderbare Besetzung für Manon gefunden. Nadja Stefanoff glänzt mit warmem Timbre und auffallender stimmlicher Präsenz. Als Des Grieux steht ihr mit Paulo Ferreira (ebenfalls als Gast) ein strahlender Tenor zur Seite, der besonders in der Mittellage überzeugt.

Daneben geben Ill-Hoon Choung mit seinem markigen Bass einen recht zurückhaltenden Gönner Geronte und Daniel Moon einen dafür umso kernigeren Lescaut ab. Viel Gespür für das Zusammenspiel von Sängern und Ensemble beweist Generalmusikdirektor und Dirigent Roger Epple mit einem stets ausgewogenen Klang des Staatsorchesters. Feinsinnig geht er auf die stetigen Gefühlswechsel im Notentext ein. Die Leitung des Chores und Extrachores lag bei Thomas Bönisch. Vier Elevinnen von der Tanzschule Steigerwald sorgen innerhalb der Inszenierung für eine Ballettprobe.

Wer ist diese verzweifelte Manon und was treibt sie zu eigentlich ihrem Handeln? In Hailers erster Oldenburger Musiktheater-Inszenierung scheinen die Fragen bewusst offen zu bleiben. Manon Lescaut wird nicht schlicht zur Femme fatale erklärt, vielmehr erlebt man eine impulsive, in sich zerrissene und in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkte Frau, die am Ende an den gesellschaftlichen Konventionen scheitert.

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