Wüsting - „Warum immer Wirtschaft – wir können auch anders und haben uns für etwas Kulturelles entschieden“, sagte Kassenwart Gerd Claußen vom Effektenclub Wüsting. So konnte die Gesellschaft bürgerlichen Rechts am Mittwochabend Markus Müller, den Generalintendanten des Oldenburgischen Staatstheaters, als Referenten begrüßen. Bei der Infoveranstaltung in der Gastwirtschaft „Moritz“ referierte Müller zum Thema „Niemals geht man so ganz“.

Beim Vortrag in Wüsting lauschten nun rund 40 Zuhörer dem Resümee, dass Müller aus seiner achtjährigen Tätigkeit am Staatstheater zog. Denn im Sommer wird der 41-Jährige zum Mainzer Staatstheater wechseln. „Man soll aufhören, wenn man anfängt, zufrieden zu werden“, sagte Müller. Denn den Allgäuer reizen neue Aufgaben. Aber auch in Oldenburg habe er viele schöne Momente erlebt.

„Gibt es für Sie durch die vielen Ortswechsel noch Heimat?“, wurde aus dem Publikum gefragt. „Heimat ist immer dort, wo man gerade lebt“, erklärte Müller – und dazu zähle auch Oldenburg.

So berichtete Müller aus seiner Zeit am Theater und dessen Entwicklung, schilderte die Ideenfindung für die Spielpläne, berichtete von der Sanierung des Großen Hauses und der Übergangsspielstätte auf dem Fliegerhorst – dem „Dauerzeltlager“.

Müller – der jüngster Intendant in Europa war, als er nach Oldenburg kam – beeindruckte die Zuhörer auch mit Zahlen und Fakten zum Theater: 438 feste Mitarbeiter und rund 700 Gäste aus 34 Nationen würden in 70 verschiedenen Berufen dort arbeiten.

Vor allem das „Wir“-Gefühl, der Teamprozess und die gemeinschaftliche Verantwortung seien wichtig. Obwohl Theater eine flüchtige Kunstform sei, hofft der 41-Jährige, dass die Vorstellungen in Erinnerung weiterleben und etwas bewegen.

Bei der jährlich stattfindenden Vortragsreihe in Wüsting wurde die Gelegenheit genutzt, eine soziale Einrichtung zu unterstützen. 519 Euro konnten auf Vorschlag von Müller für den Verein Trauerland in Oldenburg gesammelt werden. Der 1987 gegründete Effektenclub besteht derzeit aus 31 Gesellschaftern, die monatlich einen festgelegten Beitrag zahlen. Das angesparte Geld wird dann weltweit in Aktien angelegt.