Neustadtgödens - Das Museum im Landrichterhaus Neustadtgödens hat die Saison 2015 mit der Sonderausstellung „Katholische Ostfriesen“ beendet und plant bereits für die neue Saison. Unter dem Titel „Fremd in Friesland“ wird nun eine Ausstellung konzipiert, die sich aus aktuellem Anlass mit Flüchtlingsschicksalen beschäftigt. „Wir wollen uns dabei aber nicht nur auf auf die aktuelle Flüchtlingssituation beziehen“, sagte Kurator Stephan Horschitz vom Schlossmuseum Jever im Sander Fachausschuss für Kultur und Tourismus.
Umfassender Überblick
Thema sollen vor allem die Flüchtlingsströme der Vergangenheit sein: Die Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg, als tausende Menschen aus den Ostgebieten vertrieben wurden und auch nach Friesland kamen. Oder die Gastarbeiter, die unter anderem aus Italien, Griechenland und der Türkei in den 1960er Jahren nach Deutschland geholt wurden. Und nicht zuletzt die Menschen aus der DDR, die nach Öffnung der Mauer in den Westen kamen. Dann die Russlanddeutschen und Spätsaussieder. Etliche von ihnen suchten und fanden ihr Glück in Friesland.
„Wir planen einen zeitgenössischen Überblick“, sagte Horschitz. „Wir wollen darstellen, was das alles für Leute sind, die in den vergangenen 70 Jahren zu uns gekommen sind.“
Für die Neukonzipierung der Sonderausstellung, die im Frühjahr 2016 eröffnet werden soll, und dem darauf aufbauenden Programm ist Horschitz zufolge mit Kosten von rund 5000 Euro zu rechnen. Der Ausschuss stimmte dem Konzept grundsätzlich zu. In den Haushaltsberatungen wird nun entschieden, ob der Betrag bereitgestellt werden kann.
Gut 3000 Besucher
Die zurückliegende Saison im Museum im Landrichterhaus verlief Horschitz zufolge wieder sehr gut. Mit gut 3000 Besuchern habe man inzwischen ein recht hohes Niveau erreicht. Durchschnittlich seien rund 60 Besucher am Tag in das kleine Museum gekommen.
Der Tag des offenen Denkmals, der Internationale Museumstag, die Synagoge im Ort, die als Erinnerungsort geöffnet wurde – all das sorgte für weitere Besucher. Hinzu kommen zahlreiche vom Museum im Landrichterhaus veranstaltete Gästeführungen durch den historischen Ortskern Neustadtgödens.
Kostümführungen mit dem Grafen, Führungen mit einem jüdischen Lehrer – in beide Rollen schlüpft Werner Kleinschmidt und berichtet aus der Geschichte des Dorfs – oder auch Führungen mit dem Ausrufer und dem Koyer sowie Regine Kölpins interaktive Führungen waren beliebt. Alles in allem kam so ein Umsatz von gut 6500 Euro zusammen.
Auch als Ort zum Heiraten ist das Landrichterhaus gefragt: Im vergangenen Jahr trauen sich dort zehn Paare.
