Lemwerder - „Gar schaurig ist’s, übers Moor zu gehen...“ – mit diesem Vers beschrieb schon Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) die Faszination, die diese einzigartige Naturlandschaft auf die Menschen ausübt.
Auch Jens Harms und Kai Kinghorst aus Berne hat diese Faszination gepackt. Die beiden Hobbyfotografen sind Gründer der Fotogruppe „Lichtbildner Berne“ und stellen seit Dienstag im Rathaus Lemwerder Fotografien des Wittemoors aus. Es ist bereits ihre vierte Ausstellung in der Gemeinde.
Seit drei Jahren sind Harms und Kinghorst an beinahe jedem Wochenende gemeinsam unterwegs, um das Wittemoor fotografisch zu erkunden. Auf ihren Expeditionen wollen sie den fast vergessenen Mythos dieser Landschaft durch ihre Sichtweise reanimieren.
Anfangs sei das keine leichte Aufgabe gewesen, erinnern sich die beiden Hobbyfotografen. „Wir sahen zunächst den Wald vor lauter Bäumen nicht“, so Harms und Kinghorst. Es habe eine Weile gebraucht, bis das Moor seinen märchenhaften und schaurigen Charkter offenbart haben und sie ihre „fotografische Wahrnehmung darauf eichen“ konnten.
Daraus ist nun die Ausstellung „Schaurig schön – das Wittemoor“ entstanden, in der insgesamt 25 Fotografien die unterschiedlichen Facetten des Naturschutzgebietes im Übergang der Delmenhorster Geest zur Wesermarsch zeigen. Die Ausstellung ist noch bis 28. November während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.
Für Jens Harms, Jahrgang 1958, ist die Fotografie bereits seit dem Kindesalter ein Teil seines Lebens. Damals gewann er mit zehn Jahren seine erste Kamera auf dem Jahrmarkt. 2004 platzierte er sich in einem Fotowettbewerb der Gemeinde Berne und der Fotogruppe der Bardenflether Dorfgemeinschaft, die späteren Deichfotografen. Er trat den Deichfotografen bei und erarbeitete sich die konzeptionelle Natur- und Landschaftsfotografie, bevor er 2012, gemeinsam mit Kai Kinghorst und Dieter Jelting, die Gruppe „Lichtbildner Berne“ gründete. Er sagt: „Mit dem Herzen zu sehen, mit Licht zu malen, Augenblicke in der Natur für immer festhalten, die Fantasie des Betrachters zu wecken und die Stimmung vieler Momente sichtbar machen, das ist das, was ich mir zum Ziel gesetzt habe.“ Für den Autodidakten Kai Kinghorst ist vor allem der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig. „Wir haben viele Naturerlebnisse und Lichtmomente eingefangen“, sagt er und hält es darüber hinaus so: „Fotografie ist viel zu subjektiv, als dass man objektiv darüber reden könnte.“
