FRANKFURT - Trotz persönlicher Schicksalsschläge setzt sich der israelische Schriftsteller David Grossman weiter für eine Aussöhnung mit den Palästinensern ein – dafür wurde er am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Ein Sohn des 56-Jährigen wurde im Libanonkrieg 2006 getötet. Grossman warb in seiner Dankesrede erneut für eine Zweistaatenlösung im Nahen Osten.

„Er erhält den Friedenspreis dafür, dass er sich unverdrossen weigert, Teil einer Vergeltungsmechanik zu sein“, sagte der Bürgerrechtler und frühere Stasi-Beauftragte Joachim Gauck in seiner Laudatio. Grossmans Vorbild lehre uns: „Menschen sind nicht dazu verurteilt, Opfer ihrer Umstände zu sein. Menschen haben eine Wahl.“

Am Ende seiner Laudatio rief er dem Friedenspreisträger zu: „Du stehst vor deinem Goliath, dem alltäglichen Hass – nicht einmal mit einer Steinschleuder. Aber du bist David.“ An dem Festakt in der Paulskirche nahm auch Bundespräsident Christian Wulff teil. Der mit 25 000 Euro dotierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird alljährlich zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben.

Insgesamt waren auf der Buchmesse mit dem Ehrengast Argentinien 7539 Aussteller aus 111 Ländern vertreten. Nach Schätzungen kamen 292 000 Gäste, die Besucherzahl lag damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Am Sonntag kamen zum Abschluss des Branchentreffs neben vielen Schriftstellern auch zahlreiche Musiker und Schauspieler, die Bücher vorstellten und signierten. Darunter waren Roger Cicero, Ben Becker und Nadja Benaissa von den No Angels.