Neulorup - Franziska Rolfes ist eine aufgeweckte junge Dame. 15 Jahre alt, blonde Haare, immer ein leichtes Lächeln im Gesicht, wortgewandt – und sie ist krank, sterbenskrank. Das zierliche Mädchen aus Neulorup hat von Geburt an einen schweren Herzfehler. Wie viel Zeit noch bleibt? Man weiß es nicht genau.
Franziska ist sich ihrer Lage bewusst. Das hält sie nicht davon ab, munter Pläne zu schmieden. Und so arbeitet sie gerade an einem Großprojekt. Sie schreibt ihr eigenes Buch. „Es wird die Geschichte über mich sein. Von der Geburt bis heute“, verrät sie. Sie möchte mit ihrer Biografie die Menschen Anteil nehmen lassen an ihrem noch jungen und doch schon so begrenzten Leben.
Es soll ein richtiges gebundenes Buch werden – mit einem gestalteten Cover und in kleiner Auflagenzahl. Wie das Buch heißen soll, weiß sie allerdings noch nicht. Nur was drin stehen soll, dass weiß sie schon ganz genau. Alles verraten möchte sie aber nicht. „Es soll eine Überraschung sein“, sagt die 15-Jährige. Ein wenig gibt sie dann doch preis. Sie wird die Erlebnisse aus ihrer Schulzeit – sie geht in die achte Klasse der Elisabethschule in Friesoythe – beschreiben. Erinnerungen an die langen und beschwerten Krankenhausaufenthalte werden auch Platz finden. Christina, ihre beste Freundin, die sie schon seit dem Kindergarten kennt, darf natürlich auch nicht fehlen. Ebenso wenig die Familie mit ihren Eltern Marianne und Hermann, ihren Schwestern Annika (20) und Christine (18) und Hündin „Sissi“. Wie genau das Buch am Ende aussehen wird, weiß bislang aber nur die Nachwuchsautorin alleine.
Schreibtalent
Es war ihr großer Wunsch, solch ein Buch zu schreiben. Doch ohne professionelle Unterstützung war dies ein schier unmögliches Unterfangen. Beim jüngsten Aufenthalt in der Oldenburger Kinderklinik erzählte sie dem Pflegepersonal von ihrer Träumerei, die keine bleiben sollte.
Denn Klinikmitarbeiter pflegen gute Kontakte zur Oldenburger Schreibwerkstatt. Das Autorenteam aus der Huntestadt fand schnell Gefallen an Franziska und ihrem Buchprojekt. Und so stellte die Schreibwerkstatt der 15-Jährigen mit Judith Lehmann eine Co-Autorin zur Seite. „Wir sind froh, an der Erfüllung dieses letzten großen Wunsches etwas mittun zu können“, sagt Liane Hadjeres, Leiterin der Oldenburger Schreibwerkstatt. Finanziert wird das Ganze vom Verein Herzkinder Ostfriesland mit Sitz in Aurich.
Seit November arbeitet Franziska bereits an ihrem Projekt. Zweimal in der Woche verabredet sie sich dafür per Videokonferenz mit Judith Lehmann. Bei diesen rund einstündigen Sitzungen erzählt die Neuloruperin von ihrem Leben, und ihr Gegenüber am Bildschirm schreibt es auf. „Wir haben schon viel geschafft. Da kommen bestimmt einige Seiten zusammen. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn alles fertig ist“, sagt die junge Autorin. „Ich bin auch schon ganz gespannt“, sagt Mutter Marianne.
Dass Franziska Schreibtalent hat, hat sie längst bewiesen. „Die Regenbogen-Fee“ ist der Titel einer wunderbaren Kurzgeschichte von ihr. Darin geht es um das „Anderssein“ und um Freundschaft.
Treffen mit TV-Star
Jetzt steht aber erst einmal nicht das Schreiben, sondern das Weihnachtsfest an. Heiligabend werde mit der ganzen Familie bei leckerem Essen und der Bescherung gefeiert, erzählt Franziska. Am ersten Weihnachtstag kommen dann die Opas und die Oma sowie die Tanten und Onkel dazu. „Das wird bestimmt schön.“
Schön, ja nahezu aufregend, war in diesem Jahr auch etwas anderes. Dank der Aktion „Wünsch Dir was“ traf Franziska im März ihren Lieblingsschauspieler Tom Beck (unter anderem. „Alarm für Cobra 11“) in Köln. Nach einem gemeinsamen Frühstück machten sie einen Stadtbummel und hängten ein Schloss mit den Initialen „F“ und „T“ an die Hohenzollernbrücke. Zum Abschluss sang Beck seiner kleinen Besucherin vor dem Kölner Dom ein Lied. Franziska: „Das war ein super Erlebnis.“
