Harpstedt - Jutta Sage häkelt Haare für einen Engel. Marga Brachtendorf bastelt einen Fröbel-Stern. Auch während der Harpstedter Hobby- und Kunstausstellung im Koems-Saal nutzten die beiden Frauen die Zeit hinter ihren Ständen für ihr Hobby. „Für einen Fröbel-Stern brauche ich sieben Minuten“, erklärt Brachtendorf. Im Mai eines Jahres starte sie immer mit dem Basteln, damit sie zum Advent einige hundert Sterne auf Lager hat. Sie ist zum dritten Mal auf der Hobby- und Kunstausstellung. „Es ist ein schöner Basar, und er ist gut besucht.“

Jutta Sage hat Engel und Weihnachtsmänner nach schwedischen Vorbildern mit nach Harpstedt gebracht. Seit 25 Jahren geht die Bassumerin ihrem Hobby Nähen und Häkeln nach. Ihr Lieblingsstück, ein Engel auf Kufen, ist am Sonntag schnell verkauft.

An die 40 Ausstellerinnen hat die Organisatorin der Harpstedter Hobby- und Kunstausstellung, Monika Schäfer, engagiert. Sie macht ein zufriedenes Gesicht. „Diese Ausstellung gibt es seit 15 Jahren, seit einigen Jahren hier im Koems-Saal. Inzwischen läuft sie gut.“

Die schöne Atmosphäre und die gute Organisation hat auch Jessica Ondra und Anne Becker erneut bewegt, hierher zu kommen. Die Harpstedterin und die Sykerin nähen unter anderem Kindermützen und Lederschuhe für Kleinkinder. Damit kennen sie sich aus, denn sie haben selber noch kleine Kinder. Die Schauwerbegestalterin und die Sozialpädagogin nutzen die Elternzeit und bauen ihr Hobby gerade etwas aus. „Vielleicht wird das ja mal ein zweites berufliches Standbein“, erklärt Becker. Das ginge aber nur in Absprache mit der Familie. An diesem Sonntag seien die Männer daheim bei den Kindern.

Es sind überwiegend Frauen, die auf der Hobby- und Kunstausstellung ihre kreativen Ideen anbieten. Ingrid Klaja aus Stuhr hat aus Industriefilz eine „Handtasche für Männer“ genäht. So nennt sie ihre Tasche für sechs Bierflaschen oder auch andere Getränke. Ansonsten bietet sie auch E-Book-Taschen aus Filz oder Stirnbänder und Stulpen aus Wolle feil.

Wer von dieser bunten Vielfalt noch nicht satt ist, kann sich am Kuchenbüfett in der Cafeteria gütlich tun. Von einem Tisch auf der Bühne im Koems-Saal hat der Besucher ebenfalls einen guten Überblick über das Angebot.

Dazu zählen auch die aus gewalkter Wolle genähten Damenhüte von Barbara Becker. „Ich habe schon immer viel ausprobiert“, erzählt die Architektin aus Berne. „Irgendwann bin ich auf den Hut genommen.“

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg