Rastede - Ein ganzer Tag, an dem es einmal nur um Frauen ging, war angesagt in der Evangelischen Heimvolkshochschule Rastede. Hier fand das erste Frauen-Festival reges Interesse. Einen Tag lang trafen sich rund 50 Frauen aus Rastede und Umland zur Begegnung und zum Austausch.
Die Tagesveranstaltung stand unter dem Motto „Ich und Du – Frauen M(m)acht“ und bot neben zahlreichen kreativen Angeboten jede Menge Möglichkeiten zur Beschäftigung mit dem Thema. Im weitläufigen Garten und in den Seminarräumen herrschte geschäftiges Treiben. Ob Mitmachen und Zuschauen oder sich aktiv beteiligen: Jede Frau hatte Gelegenheit, spontan zu entscheiden, wie sie den Tag nutzen wollte.
Dabei fiel so mancher Teilnehmerin die Auswahl unter den 20 Aktionen und Vorstellungen nicht leicht. So gab es eine Kleidertauschbörse unter dem Motto „Mein Lieblingsstück“. Zwei Clowns – natürlich Frauen – brachten ihr Publikum in drei Vorstellungen zum Lachen, genauso wie der Lach-Yoga-Kursus und das Referat von Maike Carls, die die Zuschauer ebenfalls mit Leichtigkeit zum Schmunzeln brachte.
Eigene Öle kreieren
Auch die Wellness-Oase mitten im Garten unter einem weißen Zeltdach stieß auf großes Interesse. Hier konnte die Frau duftende Massageöle kreieren und sie bei einer Hand-Fuß- oder Nacken- Massage testen.
Unter fachkundiger Anleitung von insgesamt 26 ehrenamtlichen Helferinnen entstand zudem viel Kreatives wie Filzschmuck oder ein „Kunstwerk“ mit originellen Materialien aus Wundertüten. Dabei entwarf eine Teilnehmerin aus Strohhalmen und Topfschwämmen eine Strandidylle, die sie kurzerhand „Zur lila Birne“ taufte.
In der Kunstwerkstatt entstanden hingegen Collagen; hier hieß es, Fotos aus Zeitschriften so einzuarbeiten, dass sie vom Untergrund nicht mehr zu unterscheiden waren. Spaß bereitete den Frauen auch das Improvisationstheater, bei dem sich jede einbringen konnte.
Im Musikworkshop war die „Macht der Klänge“ zu Hause. Hier wurde ein Festival-Song geprobt, der eigens für diesen Tag geschrieben wurde. Angesprochen waren Frauen jeden Alters. „Uns war es wichtig, einen Tag mit vielfältigem Angebot zu kreieren, um damit Frauen die Möglichkeit zu bieten, die eigene Kreativität zu wecken und zu erfahren“, sagte Heike Scharf. Sie ist Dozentin an der Heimvolkshochschule und hat diesen Frauentag zusammen mit Sylvia Will und Meike Janßen organisiert. Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Bertha- Ramsauer-Stiftung.
Geplant sind weitere Veranstaltungen dieser Art alle zwei Jahre. Zudem böte dieser Tag Gelegenheit, Frauenthemen einmal aus einer anderen Perspektive zu beleuchten.
Macht als Thema
So gab das Thema „Übermächtig“ am Stand für Biografiearbeit Anlass zum Nachdenken. Hierzu hatte die Dozentin der Heimhochschule, Sylvia Will, einen Fragebogen entwickelt. „Viele Frauen haben Schwierigkeiten mit dem Problem Macht und viele fragen sich, ob sie Macht haben dürfen“, weiß Will. Der Fragebogen diene dazu, mit sich selbst ins Gespräch zu kommen. Damit wurden an diesen Frauentag neben Kreativität auch das Bewusstsein der eigenen Persönlichkeit neben Spaß und individuellen Fähigkeiten angesprochen. Dass das Konzept aufging, zeigte die Resonanz und die Fröhlichkeit der Teilnehmerinnen.
