Berne - Der fünfte Berner Frauentag wird den 120 Besucherinnen noch lange in Erinnerung bleiben. Dazu hatte die Gleichstellungsbeauftragte Stefanie Hanft eingeladen. Gemeinsam mit Co-Moderatorin Elke Belsemeyer, den Stedinger und Neuenkooper Landfrauen, dem Frauenkreis Neuenkoop, dem Stedinger Turnverein und der Berner Frauenfrühstücksrunde hatte sie in der Aula der Comenius-Schule das Fest organisiert.
Den musikalischen Auftakt machten dabei Mezzosopranistin Stefanie Golisch und die Japanerin Sayaka Namizuka am Klavier mit einer Reise in die 20er und 30er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts. Unter dem Motto: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder“ bezauberte die Sängerin nicht nur mit ihrem gewaltigen Stimmvolumen, ihrer Ausstrahlung und vielen damaligen Hits. Sie bettete ihre Lieder auch in interessante Anmerkungen zu den jeweiligen Komponisten ein, die allesamt jüdischer Abstammung waren und trotz ihrer Berühmtheit nach Ohrwürmern, wie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder „Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht“ ihre deutsche Heimat verlassen mussten.
Vergangene Zeiten
„Das vermiss ich ja so“, war Inge Bober im Anschluss ganz begeistert und erinnerte sich wehmütig an vergangene Zeiten, als der Berner Ratssaal nicht nur als Kino genutzt wurde, sondern sich einmal monatlich in eine Operettenbühne verwandelte.
Das leckere Essen, das zum fröhlichen Gedankenaustausch genutzt wurde, konnte anschließend mit den Frauen des Stedinger Turnvereins wieder abtrainiert werden. Sie stellten ihre neue Sportart „LaGym“ vor.
Gesang und Tanz
Nach Gesang, Essen und Tanz ging es mit Künstlerinnen verschiedener Sparten weiter. Insa zum Buttel war die erste der drei Frauen, die ihre Werke vorstellte. Die Elsfletherin, die zunächst ein Medizinstudium absolvierte, folgte erst im Alter von 30 Jahren ihrer inneren Stimme und machte eine Ausbildung zur Holzbildhauergesellin. Beim Frauentag stellte sie ihre „hässlichen Himmelsgrazien“ oder die lustigen Galionsfiguren für Fahrradlenker vor. Wesentlich abstrakter war die Kunst die Ines Schepker. Für die Warflether Kunst-Therapeutin ist Kunst eine Mischung aus Erfahrung und Ausgleich zu ihrer Arbeit. Stimmungen drückt sie in ihren Werken mit Farben oder Worten aus. Die Kunstwerke von Katharina von Essen sind auf den Wänden vieler Restaurants zu finden. Per Projektor gab die Schlüterin einen Einblick in ihre Arbeit.
„Ohne Krimi geht die Mimi…“, scherzte Elke Belsemeyer beim letzten Gast des Abends. Mit „Frühling in der Geest“, gelesen von Helga Bürster, endete der gelungene Berner Frauentag nach fast vier abwechslungsreichen Stunden.
