Oldenburg - „Sehnsucht nach dem Anderswo“ war der Frauentag der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg am Sonnabend überschrieben, und rund 130 Frauen machten sich im Kulturzentrum PFL auf den Weg, um dieses Anderswo zu erleben. Nachdem die Hamburger Autorin Susanne Niemeyer mit ihrem Referat „Was nicht ist, aber sein könnte: Vom Möglichkeitssinn“ ins Thema eingeleitet hatte, näherten sich die Teilnehmerinnen in insgesamt acht Gruppenangeboten dem „Anderswo“ auf völlig unterschiedliche Weise.
Nicht immer nur nach dem zu sehen, was sein könnte, sondern im Hier und Jetzt das Schöne zu entdecken – das war einer der Hauptinhalte, die Susanne Niemeyer in ihrem Vortrag vermittelte. Die Sehnsucht nach dem Anderswo sei häufig die Sehnsucht nach dem Anderswie. Doch das Wort sei ungewohnt. „Vielleicht, weil es einfacher ist, den Ort zu wechseln, als ihn zu verändern.“
Oft ist es die Perspektive, die verändert werden muss. Das wurde im Kurs von Zohreh Roushanpour von der Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werkes deutlich: In ihrer Runde hatten sich viele Frauen zusammengefunden, die sich derzeit in der Flüchtlingshilfe engagieren, aber auch andere, die selbst als Kinder nach Kriegsende aus dem Osten geflohen sind.
Zum neunten Mal hatte die Frauenarbeit der oldenburgischen Kirche den Frauentag ausgerichtet, der im zweijährigen Turnus stattfindet. „Es geht uns darum, inhaltlich zu arbeiten und ein intensives Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln“, erklärte Dr. Andrea Schrimm-Heins, Leiterin der Frauenarbeit der oldenburgischen Kirche. „Gleichzeitig ist dieser Tag eine wundervolle Gelegenheit, die Bandbreite der Frauenarbeit zu präsentieren.“ Wie gut der Frauentag angenommen wird, lässt sich nicht nur an der Teilnehmerinnenzahl, sondern auch am Feedback ablesen. „Viele der Frauen freuen sich schon auf den nächsten Frauentag“, so Andrea Schrimm-Heins. 2018 ist es wieder soweit.
