Immer/Ganderkesee - Frech, frivol, furios. – Wie „Tante Luise und Herr Kurt“ mit der eigenen Schwerkraft und dem Zwerchfell ihrer Zuschauer spielten, das „zündete“ am 11.11. in Wittes Saal. Was einige wussten: Das Duo war schon einmal zum Faschingsauftakt aufgetreten (vor sechs Jahren). Was wohl kaum jemand bemerkte: Tante Luise trug damals wie heute dasselbe türkisfarbene Twinset (seit 1991 ihr Markenzeichen).
Spätestens, als die quirlige Luise (alias Rüdiger Schmitz, 58 Jahre!) beim Turnen auf Herrn Kurt (Ralf Schucht, 57 !) „dieses Kribbeln“ beschrieb, gab es im Saal kein Halten mehr. „Das kenn’ ich sonst nur vom Sitzen auf der Waschmaschine. Am besten mit ’ner Unwucht“, erklärte sie dem kichernden Saal.
Dass das Publikum sofort begeistert mitging, ist für das Duo nicht selbstverständlich. Vor zwei Wochen hatten die beiden vor Klempnern gespielt. „Bis die sich für einen Mann in Frauenkleidern erwärmen konnten“, das habe gedauert. Im Prinzip „helfen wir den Leuten, sich zu entspannen, auch mit kleinen Provokationen“, beschrieb Schmitz das Rezept des Duos. „Es ist ein Spiel.“
Mit diesem Spiel gastieren die beiden überwiegend im Rheinland. „Ganderkesee kann sehr gut mithalten mit dem rheinischen Karneval“, bescheinigte Schmitz.
Einer, der am Mittwochabend „sehr nervös“ war: Moderator Markus Weise, frisch gebackener Weltmeister im Witzeerzählen. Der Weltrekord (33 Pointen in 60 Sekunden) wecke Erwartungen, „da liegt die Latte sehr hoch“.
Doch Weises Nervosität dürfte kaum jemand gespürt haben: Souverän und witzig kam der Comedian (und Lehrer) gleich zweimal in den Saal und begrüßte das Publikum doppelt („das mache ich in der Schule auch manchmal, Aufmerksamkeit ist da das Stichwort“). Mit launigen Worten führte er durchs Programm, nahm dabei den Landtagsabgeordneten Christian Dürr auf die Schippe: „Ich weiß gar nicht, ob er sehr gelitten hat. Aber die FDP braucht ja jede Schlagzeile, auch die negative“, frotzelte Weise später. Immerhin habe er Dürr reichlich entschädigt – und ihm Konfetti in die Tasche gestopft.
Dass der Fasching verbindet, ist bekannt. Am Mittwochabend machte ein neuerliches Beispiel die Runde: Nils III. Pleus, scheidender Kinderprinz, besucht jetzt auf seinen Wunsch hin dieselbe Klasse des Gymnasiums wie „seine“ Kinderprinzessin Maja I. Saalfeld.
Völlig zufrieden mit der Tollität an seiner Seite ist auch der neue Faschingsprinz André II. Westermann: „Als ich das erste Mal Saskia I. sah, dachte ich mir: wunderbar.“ Dazu habe er „vier tolle Ehrendamen bekommen, das ist, als hätt’ man im Lotto gewonnen.“
