Cleverns/Gimmeldingen - „Viele Jahre lang wurden Ideen für einen Dorftreff in Cleverns diskutiert“, erinnern sich Gaby und Harry Gessner. Sie wohnten 25 Jahre in Cleverns, ehe sie vor zwei Jahren in ihre alte Heimat, die Pfalz, zurückzogen. Dort wohnen sie in Gimmeldingen. Die beiden waren aktiv in der Clevernser Dorfgemeinschaft und darüber hinaus in vielen Vereinen. Dass es in Cleverns noch immer keinen Treffpunkt mehr gibt, bedauern sie sehr.

In der NWZ  hatten Gaby und Harry Gessner vom erfolgreichen Punschabend im ehemaligen Dorfkrug gelesen. Sie sind begeistert von der Idee der Dorfgemeinschaft, den seit sechs Jahren nicht mehr bewirtschafteten „Dorfkrug“ als Dorftreff zu nutzen. Ihn in Eigenregie von der Dorfgemeinschaft betreiben zu lassen, können sich die beiden gut vorstellen. „Für die Dorfgemeinschaft wäre dies ein solidarischer Akt für den Erhalt der dörflichen Infrastruktur“, glauben die beiden.

Die Gessners sind Mitglieder im Pfälzerwald-Verein. Zu ihren Aufgaben als Mitglieder gehört auch der Hüttendienst in der vereinseigenen Wolfsschluchthütte. Ein paarmal im Jahr versorgen sie zusammen mit anderen Mitgliedern als ehrenamtliches Bewirtschaftungsteam an den Wochenenden von morgens bis abends bis zu 200 Gäste. Sie köcheln Sauerkraut für den Pfälzer Teller, brutzeln Bratwürste, Saumagen und Leberknödel oder schenken Riesling-Schorle und andere Getränke aus.

Die ehemaligen Clevernser erinnern sich noch oft an die gemütlichen Runden bei „Otto“ im Dorfkrug. „Unsere Erfahrungen, die wir in der Hüttenbewirtschaftung sammeln, geben wir gerne weiter“, berichten die beiden engagierten Hobbygastronomen, die am Adventswochenende ihre herzhafte Hausmannskost in der mitten im Wald gelegenen Hütte anboten.

„Ein solches Erfolgsrezept wie die Hüttenbewirtschaftung seit mehr als 100 Jahren in der Pfalz wäre auch für die Clevernser ein Weg zur Realisierung des Dorftreffwunsches“, sagen Gaby und Harry Gessner. Sie raten, klein anzufangen und die Entwicklung abzuwarten. Denn wie bei den Pfälzerwäldlern sollte der ehrenamtliche Einsatz auch in Cleverns funktionieren. „Bei uns machen viele mit, weil ihnen die freiwillige Arbeit an Herd und Tresen Spaß macht und sie die Geselligkeit eines solchen Hüttendienstes schätzen“, sagt Harry Gessner.

Auch Gunda Burmann, Vorstandsmitglied der Dorfgemeinschaft, sieht in dem Betreibermodell, wie es in den Pfälzer Hütten praktiziert wird, eine Bewirtschaftungsform, die umsetzungsfähig ist. Schließlich haben schon einige Dörfler ihre Hilfe angeboten, sagt sie.

Unterstützung signalisierten die beiden stellvertretenden Bürgermeister Jevers Rainer Dabitsch und Heiko Schönbohm beim Punschabend. Die Clevernser CDU-Ratsfrau Renate Reck hatte bereits 2015 angeregt, Nutzungsverhandlungen mit der Dorfkrug-Besitzerfamilie aufzunehmen. Auch der Rat setze nun weiter auf Vorschläge der Clevernser, so Bürgermeister Jan Edo Albers, der dem Projekt Dorfkrug optimistisch gegenübersteht.