Bad Zwischenahn - Sie kommen aus Syrien, Afghanistan dem Irak und Bulgarien, leben erst seit kurzem in Deutschland – für sie eine ganz neue Welt: 15 Jugendliche, die an der Oberschule Bad Zwischenahn Deutsch lernen, haben in einem Projekt des Oldenburger Vereins Social Land Art Project über Wochen das Ammerland erkundet und ihre neue Umwelt mit der alten Heimat verglichen.

Die in dieser Zeit entstandenen Fotografien sind seit Montag und bis zum 4. August vor dem Alten Kurhaus zu sehen. In der Bibliothek am Meer im inneren des Hauses gibt es dazugehörige Schaukästen, die als Vorlage für die Fotografien dienten.

Die Ausstellung wurde vom stellvertretenden Bürgermeister Henning Dierks eröffnet, Sabine Wallach von der Universität Oldenburg erläuterte das Projekt. Genau wie die Jugendlichen seien auch die Einheimischen damit konfrontiert, eine neue Kultur und Lebensweise kennenzulernen.

Dieses gegenseitige Kennenlernen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen, sei den Jugendlichen mit der Methode der ästhetischen Forschung gelungen – sie mussten nicht nur beobachten, sondern auch Kontakt aufnehmen, die Orte für die Fotografien finden, Statisten gewinnen und Kulissen beschaffen.

Unterstützt wurde das Projekt, wie Henning Dierks aufzählte, von der Oldenburgischen Landschaft, der Erwin-Roeske-Stiftung, der EWE-Stiftung, dem Bezirksverband Oldenburg und auch der Gemeinde Bad Zwischenahn. Er hoffe ebenfalls so Dierks, dass die Arbeit an der Ausstellung nicht nur den jungen Künstlern eine positive Veränderung ermöglicht habe, sondern auch den Einheimischen die sie während der Arbeit kennengelernt haben und denen, die sich die Werke in den kommenden Wochen anschauen werden.

Lehrerin Gabriele Siegle, die das Projekt gemeinsam mit den Studentinnen Kaja Scherf-Mahlstedt und Jessica Femerling, Fotografin Sabine Bley und der künstlerischen Leiterin Teresa Tjards betreut hatte, nahm gleich noch eine Anregung aus dem Publikum auf: Bei weiteren Projekten dieser Art könnten die Werke von kurzen Erläuterungstexten begleitet werden. Das Fremde erschließt sich eben nicht immer auf den ersten Blick.