Neuenkoop - „Das ist ein geschmeidiger Weihnachtsmarkt!“ So bezeichnete einmal eine Ausstellerin den kleinen aber feinen Markt, der seit acht Jahren Jahr für Jahr in Neuenkoop auf die Beine gestellt wird. Susanne Kayser tat dieses Kompliment gut. Und es motivierte sie, sich immer wieder dafür einzusetzen, dass es so bleibt. So soll es auch an diesem Sonntag, 16. Dezember, sein, wenn der Weihnachtsmarkt der Neuenkooper Vereine von 13 bis 18 Uhr in und um das Dorfgemeinschaftshaus stattfindet.

Im Haus der Familie Kayser dreht sich (fast) alles um die Dorfgemeinschaft. Thomas Kayser ist seit neun Jahren der Vorsitzende, seine Frau Susanne seit fünf Jahren Schriftwartin und auch die beiden Kinder Dennis (19) und Jennifer (16) sind schon infiziert. Susanne Kayser weiß aber, dass ohne die Mithilfe der Mitglieder der anderen Vereine des Ortes eine so harmonische und gern besuchte Veranstaltung gar nicht möglich wäre. Landjugend, Spielmannszug, Landfrauen, Kindergarten, Feuerwehr – alle sind mit im Boot und tun ihr Bestes, um den Weihnachtsmarkt zu einem Erfolg werden zu lassen.

„Mittlerweile ist es für alle eine Selbstverständlichkeit, dass der Markt am 3. Advent stattfindet und sie den Termin freihalten“, erzählt Susanne Kayser. Das zeuge von einem intakten Leben in Ort, folgert sie zufrieden und bestätigt dies mit einem Nicken.

Im Oktober hat das Ehepaar Kayser mit den Vorbereitungen begonnen, die Öffentlichkeit informiert, Behördengänge erledigt und die Vereine angesprochen. Zudem wurden Aussteller gesucht, was nicht leicht fiel, denn nur wenige wollen auf einen kleinen Markt ihre Produkte präsentieren. „Wir haben einige, die gerne zu uns kommen“, weiß die 45-jährige Susanne Kayser, so dass auch wieder Selbstgemachtes, Weihnachtliches und Schmuck auf dem Markt zu kaufen sein werden. Auch besteht die Chance, sich einen Baum für das Weihnachtsfest zu kaufen.

Wie selbstverständlich es ist, sich am Weihnachtsmarkt zu beteiligen, erfuhr Susanne Kayser auch an anderer Stelle. Als sie Sandra Wichmann fragte, ob sie mit ihrer Ponykutsche den Weihnachtmann abholen könnte, so dass dieser um 15.30 Uhr vor Ort ist, hörte sie nur: „Die wird schon geschmückt!“ Es ist halt so vieles selbstverständlich in diesem kleinen Ort. Auch, dass die beiden Rentner Hans-Günther Wessels und Klaus Werner ungefragt bei Auf- und Abbau helfen.

Beispiele dieser Art fallen der Buchhalterin noch einige ein, wenn es um das harmonische Miteinander in dem Ort geht. So wird der Platz in der Dorfmitte – auch Pilzplatz genannt –, der auf Initiative der Dorfgemeinschaft gestaltet wurde, kommentarlos von einer Reihe Rentner in Ordnung gehalten. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt die dynamische und freundliche Frau. In vielen ihrer Handlungen spiegelt sich das wider, was auch in der Satzung der Dorfgemeinschaft als Ziel zu finden ist: Leute zusammenbringen, den Zusammenhalt und die Geselligkeit fördern. Susanne Kayser und ihr Mann, der 45-jährige Schiffbauer, leben das und freuen sich, wenn andere mitmachen. Ob es bei Fahrradtouren, Osterfeuer oder dem Weihnachtsmarkt ist, auf den sich nicht nur alle Bewohner von Neuenkoop und umzu freuen. Wie sagte doch eine Ausstellerin: „Das ist ein geschmeidiger Weihnachtsmarkt!“ Das findet auch Susanne Kayser.