Emstek - Am Sonntag ist Muttertag: Welchen Stellenwert hat er früher gehabt und welchen heute? Die NWZ hat sich mit Müttern zweier Generationen unterhalten.
Maria Deeken aus Emstek, geboren 1937 und seit 53 Jahren mit ihrem Mann Aloys verheiratet, erinnert sich heute noch gerne an ihre Kindheit mit ihren sechs Geschwistern in Höltinghausen. „Am Muttertag gab es bei uns zu Hause immer einen selbst gebackenen Frankfurter Kranz“, erinnert sich die Mutter von fünf erwachsenen Kindern.
„Am Muttertag haben unsere Kinder den Frühstückstisch immer festlich mit Kerzen und Blumen gedeckt, und ich wurde dann von den Kindern ein bisschen verwöhnt. Große Geschenke gab es damals nicht, aber ich habe mich immer über die Sträuße aus wilden Wiesenblumen gefreut, die die Kinder in der Umgebung gepflückt und mir dann ganz stolz überreicht haben“, erinnert sich die vierfache Großmutter, die auch heute noch einige selbstgemalte Bilder ihrer Kinder aufbewahrt hat. Unter anderem findet sich hier ein Blumenkranz, den ihre Tochter Christina vor 30 Jahren in der 1. Klasse gebastelt hat.
Auch in diesem Jahr werden ihre Kinder und Enkelkinder zum Muttertag anreisen, und so versammeln sich 16 Personen um den festlich geschmückten Tisch – auf dem allerdings kein Frankfurter Kranz, sondern eine selbst gemachte Eistorte stehen wird.
„Bei uns ist Muttertag eigentlich ein fast normaler Sonntag. Wir machen nichts Spektakuläres, sondern genießen gemeinsam den freien Tag mit den Kindern“, erklärt hingegen Sandra Kruse, die vor einigen Jahren mit ihrem Mann Torben von Büsum nach Emstek gezogen ist.
„Muttertag ist vor allem ein besonderer Tag für die Kinder. Sie sind schon Tage vorher ganz aufgeregt und freuen sich, endlich ihre selbst gemachten Geschenke und Bilder überreichen zu können. Die Freude der Kinder ist eigentlich das Schönste am Muttertag“, betont die Mutter von drei Kindern. Am Nachmittag unternimmt die junge Familie gerne gemeinsam kleine Fahrradtouren oder Waldspaziergänge. „Am Abend kochen wir etwas Schönes und machen es uns zu Hause gemütlich. Muttertag ist bei uns eigentlich ein Familientag, den wir alle sehr genießen“, so die 36-Jährige, deren Kinder im Kindergarten und in der Schule auch in diesem Jahr schon fleißig gebastelt haben – was, bleibt natürlich noch ein Geheimnis.
