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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Freund und Förderer der Künstler

12.06.2012

GOTTORF Der Kunsthistoriker Gerhard Wietek ist, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 28. Mai im Alter von 88 Jahren in Hamburg gestorben. Er hat sich neben seinen Leistungen als Direktor des Altonaer Museums in Hamburg und des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums auf Schloss Gottorf in Schleswig einen herausragenden Ruf erworben.

Wietek, der im schlesischen Grenzeck zur Welt kam, studierte an den Universitäten in Erlangen, München und Kiel Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie. 1951 wurde er über „Goethes Verhältnis zur Architektur“ promoviert. 1955 kam er an das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Dort wandte er sich besonders der vernachlässigten oldenburgischen Kunstgeschichte zu, die er engagiert einem breiten Publikum nahebrachte. Oldenburgs jetziger Direktor des Landesmuseums, Rainer Stamm, hob am Montag Wieteks Verdienst hervor. Der habe durch „persönliche Kontakte“ wesentliche Erwerbungen für das Landesmuseum ermöglicht.

Dangast-Ausstellung

1956 stellte die im Deutschen Kunstverlag erschienene Wietek-Monografie das Oldenburger Land erstmals als eine geschlossene Kulturregion vor. Mit der bahnbrechenden Ausstellung „Maler der Brücke in Dangast von 1907 bis 1912“, die er 1957 als Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins zeigte, setzte er Marksteine für die „Brücke“-Forschung. 1959 wurde er Direktor des Altonaer Museums in Hamburg.

Einzigartig ist die von ihm dort zusammengetragene Sammlung gemalter Künstlerpostkarten. 1978 berief man ihn zum Landesmuseumsdirektor des Landes Schleswig-Holstein. Gleichzeitig übernahm er die Leitung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums. Schloss Gottorf wurde unter ihm zum Zentrum des Expressionismus. Später konnte sich Wietek intensiv seinem Lieblingsthema, dem deutschen Expressionismus, widmen. So erschien 1986 das grundlegende Werk „200 Jahre Malerei im Oldenburger Land“.

Künstlerpostkarten

1990 kam der Briefwechsel des Kunsthistorikers Wilhelm Niemeyer mit Franz Radziwill und 1994 das Buch über die Oldenburger Jahre des „Brücke“-Malers Karl Schmidt-Rottluff. 2001 folgte ein Werkverzeichnis Schmidt-Rottluffs, 2010 der Bildband „Karl Schmidt-Rottluff – Zeichnungen und Postkarten“.

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