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Städtepartnerschaft Freundschaft lebt durch Kunst und Musik

Jens Milde

Nordenham/St.-Étienne-Du-Rouvray - Es gibt Schriftstücke, die nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Für den Partnerschaftsvertrag, den Vertreter der Stadt Nordenham und der Stadt St.-Étienne-du-Rouvray in Frankreich vor gut einem Jahr unterschrieben haben, gilt das mit Sicherheit nicht. Schon bevor die Liaison offiziell vollzogen wurde, gab es einen regen Austausch der beiden Kleinstädte. Und im zweiten Jahr nach dem offiziellen Vollzug weitet sich der Kontakt vor allem auf kultureller Ebene immer weiter aus. Edith Zurhold-Duvieuxbourg, die vor sieben Jahren den Kontakt hergestellt und die Partnerschaft auf den Weg gebracht hatte, reibt sich manchmal verwundert und voller Freude die Augen. Eine solche Resonanz hatte auch sie nicht erwartet.

Gemeinsame Projekte

Vor allem auf kultureller Ebene haben sich offensichtlich zwei Städte gesucht und gefunden. Ein großes Verdienst daran hat Stefan Jaedtke, der nicht nur Mitglied im Freundeskreis St.-Étienne ist, sondern aktiv dazu beiträgt, dass die deutsch-französische Freundschaft mit Leben gefüllt wird. Seit sieben Jahren fährt der Musiker mit einer Nordenhamer Band nach St. Étienne. Gerade ist er mit der Nordenhamer Mädchengruppe Braincops in der Partnerstadt gewesen. Bei einem Musikfestival hatte die Band drei Auftritte. Und bei drei Titeln spielten die Mädchen zusammen mit der französischen Band Mamies & Papies. Diese gemeinsamen Projekte sind es, die die Partnerschaft ausmachen.

Stefan Jaedtke weiß, dass es unter den Jugendlichen auf beiden Seiten der deutsch-französischen Grenze Vorurteile gibt. Und er freut sich darüber, wie schnell diese Vorurteile beim Musizieren abgebaut werden. „Die Mädchen waren begeistert von der Reise in die Normandie“, berichtet Stefan Jaedtke, der die Mamies und Papies im Herbst gerne in die Jahnhalle holen möchte. Ziel müsse es sein, die Verbindung zu intensivieren. „Schade ist allerdings, dass auf schulischer Ebene noch nichts passiert ist.“

Die Braincops sind gerade zurückgekehrt, da machen sich die ersten Nordenhamer Mitglieder von Funktomas & The Four Funky French Friends bereits auf den Weg in die Normandie. Seit vier Jahren existiert diese Formation, die sich aus einer fantastischen Bläsergruppe der französischen Partnerstadt und aus Mitgliedern der Nordenhamer Band Golden Erection zusammensetzt.

Ein Glücksfall

Zweimal im Jahr kommen die Musiker zusammen, um Konzerte zu geben. An diesem Wochenende geben F & FFFF in St. Étienne drei Konzerte. Stefan Jaedtke freut sich darüber, dass durch die Verbindung längst Freundschaften entstanden sind. Auch die Partner der Musiker machen sich mit auf den Weg nach Frankreich. „Es ist ein Glücksfall, dass wir uns so gut verstehen“, sagt Stefan Jaedtke.

Auch der Nordenhamer Kunstverein ist von einer Reise nach St. Étienne zurückgekehrt. Wie die Vorsitzende Marlene Gerdes berichtet, sind im Kulturzentrum der Stadt Bilder der Wiefelsteder Künstlerin Martina Wempe zu sehen, die im vergangenen Jahr in Nordenham ausgestellt hatte. Zur Vernissage sprachen Marlene Gerdes, der stellvertretende Bürgermeister von St. Étienne, Jerome Gosselin, und der Präsident des französischen Freundeskreises, Jacques Dutheil.

Marlene Gerdes betont: „Wir sind mit großer Herzlichkeit empfangen worden.“ Die Vorsitzende lobt auch die gute Organisation und die Hilfsbereitschaft der Gastgeber. Insgesamt 40 Bilder von Martina Wempe sind bis zum 8. Juni im Kulturzentrum Georges Dezire zu sehen.

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