Rodenkirchen - Ummo Wedelich, der Vorsitzende des Vereins Freilicht-Spektakel Stadland, ist rundum zufrieden mit den Veranstaltungen am Wochenende. Vor allem die Eröffnung und die Heimatkundliche Ausstellung – beide in der Markthalle – seien deutlich besser besucht gewesen als erwartet. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonnabend, 3. Mai, täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Von 1514 bis heute
Schirmherr Björn Thümler schlug in seiner Eröffnungsansprache einen großen Bogen von 1514 bis zum heutigen Konflikt um die Ukraine: „Die Lehre aus allen Kriegen ist, dass Friede und Freiheit das Entscheidende sind. Diese Lehre müssen wir als Deutsche in die Welt bringen“, sagte der CDU-Politiker. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Boris Schierhold und Alexander Schuhr, der Zweite Vorsitzende des Rüstringer Heimatbundes.
Glück hatten die sechs Musiker der beiden Bands bei ihrem Freiluft-Konzert beim Mittelaltermarkt am Sonnabend. Das drohende Gewitter kam erst, als sie nach zwei Stunden ihre Instrumente sicher verstaut hatten.
Ab 22 Uhr öffneten sich die Himmelsschleusen und ließen Blitz und Donner gepaart mit dicken Regentropfen niedergehen. Beim Konzert herrschte nur etwas unangenehmer Wind, so dass die Bands es vorzogen, sich genau vor dem Publikum zu postieren.
Das war gut so, denn der Nordwind hätte die Akustik von der Bühne aus stark beeinträchtigt, und den Musikern blieben unterkühlte Finger erspart.
An Bänken und Tischen lauschten die Besucher dem musikalischen Gefecht von „Wortsatia“ und „Musica Vulgaris“, die sich im Spiel abwechselten und gegenseitig anheizten. „Wir verteidigen die Hartwarder Landwehr gegen die Invasoren, also das Landsknechtheer“, sagte Wortsatia-Sänger Michael Tegge und legte gleich zu Beginn die Fronten fest. So ernsthaft wie es vor 500 Jahren bei der Schlacht um Hartwarden zuging, griffen die Spieler allerdings nicht zu ihren Instrumenten, und als Waffen waren diese auch nur bedingt geeignet. Vielmehr ließen sie friesische Trink- und Tanzlieder erklingen, auch schwedische oder dänisches Liedgut war zu vernehmen.
Hauch von Hausmusik
Dabei setzten sie allerlei Tongeber wie Trommeln, Dudelsäcke, Flöten, Drehleiern oder auch eine Harfe ein. Und natürlich kamen auch keine Verstärker oder andere Hilfsmittel zum Einsatz. So entstand eine familiäre Atmosphäre, die etwas von Hausmusik hatte und bei der es sich gut plaudern ließ.
Die Zuhörer versorgten sich zwischendurch an der nahen Taverne mit heißem Met, Fruchtschorlen, Weihwasser oder Starkbier in Krügen und Tobechern. Und große frisch gebackene Brotlappen mit verschiedenen Auflagen gab es ebenfalls zur Stärkung.
