FRIEDERIENSIEL/TETTENS - FRIEDERIENSIEL/TETTENS - Die wohl jüngste Pütt und die älteste im Wangerland sind in Friederikensiel und in Tettens. In Friederikensiel ist Püttbaas Emil Janssen zuständig für das Zeremoniell, das um Mitternacht an der Pütt zu einem Wechsel des Püttmeisters führt. In diesem Fall war es Hans Onken, der von Willi Frieberg die Kette und den Zylinder als neuer Püttmeister empfing.

Seit 2001 gibt es die Pütt in Friederikensiel. Erster Püttmeister damals war Erich Bauer. Ihm folgten Ewald Peters, Dieter Veddeler und Willi Frieberg. Gemütliches Zusammensitzen von Mann und Frau und gutes Essen und Trinken bestimmten den Ablauf des Abends im „Pfannkuchenhaus“. Dazwischen klang das eine oder andere Lied, bis es um Mitternacht zur Wasserprobe ging.

Stilecht geht es auch im „Hof von Wangerland“ in Tettens zu. Hier treffen sich die Mitglieder der Tettenser Pütt. Sie wurde vor 148 Jahren gegründet. Auf dem langen Tisch in der Wirtsstube brennen Kerzen. Eine Teezeremonie ist angesagt. Dazu gibt es Eiserkuchen und Bamboisjes.

Der alte Püttmeister Fritz Hinrichs und sein Stellvertreter Rolf Ostendorf bestimmen den Ablauf des Abends. Später fährt der Wirt Hermann Bremer ein Essen auf. Im Verlauf des Abends wird der neue Püttmeister „ausgeguckt“. Diesmal ist es Stefan Ponath. Sein Stellvertreter wird Erich Koln.

Das Ausgucken sei immer so, betont Hinrichs. Denn nie wisse der alte Püttmeister, wer von den Tettensern komme. Beinahe wäre die Püttgemeinschaft vor Jahren eingeschlafen. Als nur noch vier Püttbrüder die Tradition hochhielten, sei man überein gekommen, mit Frauen oder Partnerinnen diesen Brauch zu feiern. Seit dieser Zeit treffen sich inzwischen wieder viele Tettenser, um dem alten Brauch zu huldigen.

Auch in anderen Orten des Wangerlandes feierten die Menschen dieses Traditionsfest. Schließlich gingen die Mitglieder der Tettenser Püttgemeinschaft um 24 Uhr zu ihrer Pütt, um die Wasserprobe mit „Friesischem Landwein“ vorzunehmen.