Neuscharrel - Das Dach leckt, Putz fällt von der Decke, die Kühlanlage in beiden Leichenkammern entspricht nicht mehr den Anforderungen des Umweltschutzes: Die Friedhofskapelle an der St.-Ludger-Kirche in Neuscharrel muss dringend saniert werden. „Die Leichenhalle ist 40 Jahre alt“, sagt Werner Fuhler vom Kirchenausschuss. Zudem ist die Pfeifenorgel in der Kirche, Baujahr 1947, abgängig. Als Ersatz soll eine Digitalorgel angeschafft werden. Doch beides kostet Geld – Geld, dass die Kirche selbst nicht hat.
Alleine die Sanierung der Leichenhalle wird etwa 53 000 Euro kosten. Im Zuge der Sanierung soll ein Seitenausgang geschaffen werden, durch den der Sarg getragen werden kann. „So müssen die Angehörigen nicht durch die Menschenmenge gehen“, so Werner Fuhler und Hans Werner vom Kirchenausschuss sowie Wilma Thoben-Esens (Gemeindeausschuss). Dieser Wunsch sei häufig an die Gemeinde herangetragen worden. Dafür muss allerdings der Seitenausgang etwas verbreitert werden. Maurer- und Malerarbeiten sind notwendig. Verbreitert werden muss auch der Weg, der vom seitlichen Ausgang zum Friedhof führt. Vor der Leichenhalle wird entlang der Hecke ein Weg halbrund gepflastert. Ein Blumenbeet muss dafür weichen. Zudem werden die zehn Holzfensterrahmen durch Kunststoffrahmen ersetzt.
In einer ersten Variante hatte Architekt Theo Dwertmann aus Cappeln eine Neugestaltung des Daches vorgesehen. Die wäre aber alleine rund 130 000 Euro teuer geworden. „Deshalb haben wir davon Abstand genommen“, so Fuhler. Mit den Sanierungsarbeiten soll schnellstmöglich begonnen werden, noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Werner: „Der Ort des Abschiednehmens muss einen würdigen Rahmen haben.“
Rund 73 000 Euro teuer wird die Sanierung der Leichenhalle und die Anschaffung der Digitalorgel insgesamt. 40 000 Euro kommen aus eigenen Rücklagen. 33 000 Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden. Dafür werden Mitglieder des Gemeindeausschusses sowie Hans Werker und Werner Fuhler ab April eine Haussammlung durchführen.
Pfarrer Michael Borth wird zudem am Sonnabend, 29. März, im Gottesdienst um 19 Uhr über die anstehenden Baumaßnahmen informieren.
