Friedrich-August-Hütte - Die Niederdeutsche Bühne Nordenham startet in die neue Theaterspielzeit. Am Freitag, 26. Oktober, feiern die Plattdüütschen mit dem Lustspiel „Een kommodigen Avend“ Premiere im Saal des FAH-Kasinos. Das Stück ist die erste von drei Inszenierungen in den kommenden Monaten. Neben dem Lustspiel beschäftigt sich die Bühne mit der Schriftstellerin Alma Rogge und zeigt mit „Wi sünd woller wer“ ein Musikstück aus den 50er Jahren.
Den „kommodigen Avend“ aus der Feder von Ingo Sax inszeniert Jürgen Reiners, der für die Nordenhamer Bühne schon häufig Regie geführt hat – zuletzt bei der Komödie „Rund um Kap Horn“.
Manni im Konflikt
Im Stück freut sich Hauptfigur Manni auf einen gemütlichen Abend; seine Frau muss sich kurzfristig um ihre Mutter kümmern. Doch dann klingelt es an der Haustür: Lärmend und polternd stürmen sechs Freundinnen seiner Frau die Wohnung, um zu Klönen, Drinks zu schlürfen und die neusten Verkaufsschlager auszuprobieren. Weil bei einer solchen Party nur Frauen zugelassen sind, wird Manni kurzerhand zur „Ehrenfrau“ ernannt – und findet sich in einem Konflikt zwischen seinem üblichen Verhalten als Hausherr und der geballten Ladung weiblicher Energie der Besucherinnen wieder.
Die Aufführungen der Plattdüütschen beginnen ab dieser Saison jeweils 30 Minuten früher als bisher: Zu den Abendvorstellungen öffnet sich der Vorhang nun um 19.30 Uhr, die Nachmittagsvorstellungen am Wochenende starten um 15.30 Uhr.
Die Premieren sind von der Neuregelung ausgenommen – sie beginnt wie gewohnt um 19 Uhr.
Zehn Mal ist das Stück im Kasino zu sehen. Karten für „Een kommodigen Avend“ gibt es im Vorverkauf bei Nordenham Marketing & Touristik am Marktplatz und im Markant-Markt in Tossens.
Am 7. Februar 2019 jährt sich der Todestag der plattdeutschen Heimatdichterin Alma Rogge zum 50. Mal. Das nimmt der Rüstringer Heimatbund zum Anlas, sich an die außergewöhnliche Frau zu erinnern – mit Unterstützung der Niederdeutschen Bühne. Unter der Anleitung der Schauspielerin und Theaterpädagogin Kathrin Busch aus Loxstedt und des Nachwuchsregisseurs und Jugendgruppenleiters Leon Nungesser beschäftigt sich ein Ensemble aus Jugendlichen und Erwachsenen mit dem Leben und Werk von Alma Rogge. Es entsteht ein ganz neues Stück, in dem die Zuschauer mitgenommen werden in die Wesermarsch Anfang des 20. Jahrhundert mitsamt ihren politischen Wirren. Dabei bleibt das Augenmerk stets auf die Heimatdichterin gerichtet, die in diesen Jahren ihre Jugendzeit erlebte, wobei auch Alma Rogges Freundin Hanna Wisser-Thimig eine besondere Rolle spielt. Die Inszenierung feiert am 7. Februar um 19 Uhr Premiere; sieben weitere Aufführungen sind geplant. Karten gibt es ab Mitte November bei NMT.
„Twee Kisten Rum“
Das Stück ist ein Baustein im Alma-Rogge-Jahr an der Niederdeutschen Bühne: Im November 2019 wird Rogges Stück „Twee Kisten Rum“ gezeigt.
Am Wochenende nach Ostern starten die Plattdüütschen eine Zeitreise in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: „Wi sünd woller wer – van Petticoat un Wirtschaftswunner“ heißt das Musikstück von Philip Lüsebrink aus Hamburg. Der Schauspieler, Opernsänger und Autor führt in Nordenham selbst Regie. Mit dieser Inszenierung wagen sich die Plattdüütschen an ein neues Genre heran und setzen dabei auf ein Stück, das andere Bühnen bereits sehr erfolgreich gespielt haben.
Konrad Adenauer ist der erste Bundeskanzler, die soziale Marktwirtschaft setzt in Verbindung mit der Währungsreform und dem Marshallplan das Wirtschaftswunder frei. 1954 gewinnt Deutschland die Fußballweltmeisterschaft in Bern. Peter Alexander und Caterina Valente werden bejubelt.
Das Stück erweckt die Zeit, in der die Wäsche noch von der Constructa gewaschen wurde, Persil Lebensfragen beantwortete und Clemens Wilmenrod den Toast Hawaii zubereitete. Die Zuschauer werden mitgenommen nach Italien zu den Caprifischern, träumen in Paris von der Liebe und tanzen mit Peter Kraus. Premiere ist am 26. April; der Kartenvorverkauf startet im März.
