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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: La Paloma: Das Lied des Jahrhunderts

27.01.2021

Friesland Kein Shantychor, der dieses Lied nicht in seinem Repertoire hätte, kein Hafenkonzert ohne diese Melodie, keine Seemannskneipe, in der diese Weise nicht erklingt: La Paloma.

Ein echter Welthit ist dieses um 1860 geschriebene Lied des Spaniers Sebastián de Yradier (1809-1865). Zum 100-jährigen Bestehen der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte) wählten es Zeitungsleser zum „Lied des Jahrhunderts“.

Seither existieren zahllose Versionen. Musikgrößen aller Genres wie Elvis Presley, Dean Martin, Placido Domingo, Rudolf Schock, Joan Baez oder Marielle Mathieu und viele andere mehr haben den Song interpretiert und immer wieder neu arrangiert.

Einst ein Kampflied

Das „meistgespielte Lied der Welt“ ist ursprünglich kein Seemannslied, sondern ein Lied des Widerstandes, ein Kampflied gegen die kolonialen Bestrebungen der europäischen Adelshäuser im 19. Jahrhundert, Mexiko zu unterjochen. In dem mittelamerikanischen Land tobten Interventionskriege, nachdem europäische Monarchen unter der Federführung Napoleons III. den Versuch unternahmen, Maximilian I., Bruder des österreichischen Herrschers Franz Joseph I., als Kaiser von Mexiko zu installieren. Napoleon hatte den Habsburger mit der Falschinformation nach Mittelamerika gelockt, die Mexikaner wollten ihn gern zu ihrem Kaiser.

Der politische Coup misslang. Die Untertanen bekämpften das aufgezwungene Oberhaupt in blutigen Bürgerkriegen. An der Spitze des Widerstands: der frühere Präsident Benito Juarez. Mit der Erschießung Maximilians endete am 19. Juni 1867 die nur dreijährige Herrschaft der Europäer. Als ein österreichisches Kriegsschiff im Hafen von Miramar den Leichnam des Kaisers von Bord getragen wurde, erklang „La Paloma“.

Durch Elvis international berühmt

La Paloma ist kein Volkslied im ursprünglichen Sinn, da sein Komponist – der Baske Sebastián de Yradier (1809-1865) – durchaus bekannt ist. Vermutlich wurde das Lied um 1863 im Teatro Nacional de Mexico zum ersten Mal gesungen.

Im Englischen wurde es auch unter den Titeln „No More“ und „Your Love“ von Elvis Presley und Connie Francis sowie vielen anderen interpretiert. US-Bandleader Billy Vaughn kam mit einer Instrumentalversion 1958 auf Platz 20 der Singles-Charts.

An diesem Tag beschlossen die Marineoffiziere, dass dieses Lied nie wieder auf einem österreichischen Kriegsschiff gespielt werden dürfe. Diese Tradition soll angeblich noch immer von österreichischen Seglern hochgehalten werden.

Den hierzulande bekannten Liedtext „Mich rief es an Bord, es wehte ein frischer Wind“ verfasste Heinrich Rupp (1838-1917), der sich auf den La Paloma-Text des Franzosen Joseph Tagliafico (1821-1900) bezog. Der Opernsänger hatte das spanische Sehnsuchtslied zu einem Seemannslied umgetextet. Die bekannteste deutsche Version stammt aus der Feder von Helmut Käutner, der diese 1944 für den Ufa-Streifen „Große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers in der Hauptrolle schrieb. Von der weißen Taube war hierin keine Rede mehr, aber diese Version verhalf dem Lied in Deutschland zum Durchbruch. In sechs verschiedenen Sprachen hat Connie Francis La Paloma gesungen: englisch, französisch, spanisch, italienisch, portugiesisch und neapolitanisch.

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Unstillbare Sehnsucht

Im Laufe der Jahrzehnte interpretierten Sängerinnen und Sänger, Chöre und Gruppen immer wieder neue Versionen des mexikanisch- spanischen Schmachtfetzens. Ob als Filmmusik bei Elvis Presley („Blaues Hawaii“), Freddy Quinn („Freddy und der Millionär“) oder im TV- Krimi Wilsberg. Der Fernsehsender Arte drehte eine Dokumentation unter dem Titel „La Paloma – Sehnsucht. Weltweit“. Diese Sehnsucht ist offenbar nicht zu stillen – auch nach über 150 Jahren nicht.

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