FRIESLAND/WILHELMSHAVEN - Für Fledermäuse wird das Überleben in freier Natur immer schwieriger: Da Gebäude besser abgedichtet und Stollen oder Bunker zugemauert werden, finden die nächtlichen Flattermänner kaum Unterschlupf. Auch das Nahrungsangebot für die Fledermäuse nimmt durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Landwirtschaft und Garten ab.

Seit zehn Jahren bemühen sich Klaus Börgmann, Naturschutzbeauftragter der Stadt Wilhelmshaven, und Bernd Pannbacker, Fledermausbetreuer für Wilhelmshaven und Friesland, um den Schutz der hiesigen Fledermausarten, die fast alle auf der Roten Liste stehen. In den vergangenen Jahren wurden deshalb zahlreiche Bunker in Wilhelmshaven und Friesland zu Fledermauswinterquartieren umgebaut.

Dazu wurden die alten Bunker aufgeräut und mit rauen Hohlblocksteinen oder Dachziegeln ausgerüstet, denn Putzwände sind für Fledermäuse zu glatt. Damit sich die Fledermäuse wohlfühlen, muss auch das Mikroklima stimmen: Die Bunker müssen frostsicher sein und die Luftfeuchtigkeit muss deutlich über 80 Prozent liegen. Um Frostsicherheit zu gewährleisten, werden manche Bunker mit Erde bedeckt.

Mit den neuen Anlagen, die im vergangenen Sommer in Sande und Varel fledermausgerecht umgebaut wurden, sind es jetzt 17 Bunker in Schortens, Sande, Wilhelmshaven, Jever, Zetel, Varel und im Wangerland (die NWZ berichtete). Die Gesamtlänge aller unterirdischen Anlagen beträgt inzwischen rund 500 Meter.

„Das ist erfolgreicher Artenschutz“, betont Börgmann: Bei der Winterzählung im Februar wurden 694 Fledermäuse in den verschiedenen Quartieren gezählt. „Vor allem Langohr-, Wasser- und Fransenfledermaus kommen vor“, sagt Pannbacker.

Im Winter fallen Fledermäuse in einen lethargischen Zustand, den Winterschlaf. Dann können die Fledermausexperten die Zahl der Tiere feststellen, ohne sie aufzuscheuchen. Auch Fotografieren ist problemlos möglich.

Klaus Börgmann und Bernd Pannbacker haben zahlreiche Bilder von den Fledermäusen in ihren Winterquartieren nun zu einer Ausstellung zusammengefasst, die im Botanischen Garten in Wilhelmshaven zu sehen ist. Die Ausstellung informiert über den Umbau von Bunkern zu Fledermausquartieren, zeigt deren Bewohner und stellt die aktuellen Ergebnisse der Februarzählung in den verschiedenen Winterquartieren vor.