FRIESOYTHE - Ein Telefon aus Holz. Geschwungene Form. Fast ein Halbrund. Dieses Telefon mit dem Namen „Oslo“, eine Micky Maus mit Hörer in der Hand, aber auch mehr als 100 Jahre alte Fernsprechgeräte gibt es im Postgeschichtlichen Museum zu sehen. Doch meist müssen sich die Besucher vorher anmelden, einen passenden Termin finden. Am Sonntag war das anders. Das Museum im alten Rathaus hatte vier Stunden durchgehend – und ohne vorherige Anmeldung – geöffnet: Von 14 bis 18 Uhr war Tag der offenen Tür.
Der Leiter des Postgeschichtlichen Museums Wolfgang Letzel freut sich über die vielen Besucher – in der Regel sind es an solchen Tagen zwischen 250 und 300. Fragen beantwortet er bereitwillig. Die Gäste danken es ihm. Hermann Plaggenborg Senior etwa kommt immer wieder gerne ins Museum. „Von Zeit zu Zeit komme ich hier her. Geschichte interessiert mich“, sagt der Friesoyther. Besonderes Augenmerk hat er auf die kürzlich gespendete Postuniform. Die Erben von dem ehemaligen Postbeamten Fritz Klusmann aus Oldenburg haben die Nachbildung einer Uniform aus dem Jahr 1860 gespendet. „Auch sie waren hier und haben sich die Vitrine mit der Uniform angeguckt“, sagt Letzel.
In den fünf Ausstellungsräumen ist ein kleiner Überblick über die Postgeschichte aufgebaut. „Vieles kennen wir ja gar nicht mehr“, sagt Thomas Slaghekke. Der Friesoyther ist das erste Mal hier. „Die Ausstellung gefällt mir. Wir telefonieren und benutzen die Post – das hier betrifft uns alle.“
Letzel trägt sich mit der Hoffnung, dass bald auch Kurzentschlossene einmal vorbeischauen können. Er möchte zumindest in den Sommerferien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verlässliche Öffnungszeiten anbieten. Doch es sei nicht leicht, dafür genügend Sponsoren zu bekommen, sagt der Museumsleiter.
Davon unbeeindruckt genießen Ann-Katrin (11) und Lars (7) den Museumstag. Während Ann-Katrin einmal das Briefe-Stempeln testet, schreibt Lars einen Brief an den Nikolaus. Museumspädagogin Heidi Beckmann ist dabei und verspricht dem Jungen: „Ich bringe die in dieser Woche nach Nikolausdorf. Du bekommst garantiert eine Antwort!“
Am Ende des Rundgangs können die Besucher sich in einem separaten Raum über das Gesehene austauschen. Der Museumsverein bietet Kaffee und Kuchen an. Der Erlös geht dem Museum zu Gute. Wer das Museum besuchen möchte, kann sich anmelden unter 04491/3434 oder im Internet unter
