Friesoythe - Es könnte laut werden in Friesoythe an diesem Freitag: Anlässlich des internationalen Tags des Friedens, der seit 1981 am 21. September begangen wird, sind Kirchen sowie Städte und Gemeinden aufgerufen, ab 18 Uhr eine Viertelstunde lang möglichst viele Glocken läuten zu lassen.

Auch die katholische Pfarrgemeinde St. Marien und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Friesoythe beteiligen sich an der Aktion, die Teil des Europäischen Kulturerbejahres 2018 ist. Dieses soll die Europäer an das gemeinsame kulturelle Erbe des Kontinents erinnern – über nationale Grenzen hinweg. Das Geläut kirchlicher und säkularer Glocken in ganz Europa soll ein verbindendes akustisches Signal setzen.

In Friesoythe wollten es die beiden Kirchengemeinden jedoch nicht bei dem Glockengeläut belassen. „Wir wollten mehr daraus machen“, sagt Pfarrer Joachim Prunzel von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Bahlmann (St. Marien) hält er am Freitag eine Friedensandacht. Dafür haben die beiden Kirchengemeinden einen Ort ausgewählt, wie er passender nicht sein könnte: Der ökumenische Gottesdienst zum Weltfriedenstag wird am Freitag ab 17.45 Uhr bei der Friedensglocke im Friesoyther Stadtpark gefeiert. Auch Bürgermeister Sven Stratmann wird sich mit einem Grußwort an dem Gottesdienst beteiligen.

Die Andacht ist laut Joachim Prunzel ein guter Anlass für die Kirche, auf die Bedeutung von Frieden aufmerksam zu machen – in Zeiten, in denen Frieden nicht mehr selbstverständlich sei, sondern als hohes Gut betrachtet werde. „Frieden ist etwas, das nicht von alleine passiert oder erhalten wird, sondern manchmal ein eher mühsames Geschäft ist. Man muss Frieden halten wollen“, sagt Joachim Prunzel.

Im Zentrum des Weltfriedenstages stehen zwei Jahresdaten: Das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 sowie Beginn und Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Der Erste Weltkrieg, der mit dem Friedensvertrag von Versailles sein offizielles Ende fand, macht laut Prunzel eines deutlich: „Die Versöhnung war nur oberflächlich und hat nicht lange gehalten. Versöhnung muss mehr sein als ein unterzeichneter Vertrag. Sie muss in die Herzen und die Köpfe einziehen.“