FRIESOYTHE - Mehr als ein Wanderpokal soll der Leuchter sein, beitragen zur Aufarbeitung der Vergangenheit, zur Reflektion der Gegenwart und dem Lernen für die Zukunft, fand Sabine Dugge von der Elisabethschule die passenden Worte. Von der Haupt- und Realschule Bösel wurde der Leuchter „zur Erinnerung und Mahnung an die Reichspogromnacht im Jahr 1938“ an die Elisabethschule übergeben. „Einen ehrenvollen Platz, direkt am Eingang“, soll er bekommen, versprach Rektor Dr. Romke de Vries.
In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit wird ein Kerzenleuchter jedes Jahr von einer Schule an die nächste weitergegeben. Die Lehranstalten nutzen die Gelegenheit dazu, das Thema Nationalsozialismus im Unterricht zu besprechen.
So auch in der Elisabethschule in Friesoythe: Jeder der 160 Schüler hatte eine Friedensleuchte, ein mit Friedenstauben beklebtes Glas, und einen bunten Friedenswimpel gebastelt. Das Tagebuch der Jüdin Anne Frank und der Roman „Die Welle“ von Morton Rhue wurden besprochen. „In den unteren Klassen wurde das Thema mit leichteren Büchern angegangen“, sagte Sabine Dugge, die den Empfang zusammen mit Konrektorin Ilona Stiefs-Cramer organisierte.
Die 160 Friedenskerzen leuchteten am Montag den Weg zur Aula, in der die Feierstunde zur Übergabe stattfand. Auch im Raum selber dominierten Friedenstauben sowie die vielen Wimpel. Außerdem hatten Schüler Plakate mit Informationen zum Thema und zu Anne Frank ausgestellt. Die Jüdin wurde 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen von den Nationalsozialisten ermordet. Ihr Tagebuch beschreibt das Leben im niederländischen Exil.
Passagen aus dem bewegenden Werk wurden von Schülern zitiert und lösten bei den Anwesenden Betroffenheit aus. Tiefe Spuren hinterließ auch eine Aufführung von Acht- und Zehntklässlern, die zu Schwarz-Weiß-Bildern an die Schrecken der Nazi-Zeit erinnerten.
Werner Nilles vom Vorstand der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit der Region Oldenburger Münsterland berichtete von Begebenheiten, mit denen er aufzeigte, dass das Geschehene „nicht vergessen werden darf“.
Gerold Fuhler von der Grundschule Sedelsberg untermalte die Veranstaltung musikalisch mit jüdischen Liedern auf der Klarinette und der Musik aus Schindlers Liste.
