Friesoythe - Alte Frauen mit buntem Kopftuch, die zusammen beten – so stellen sich viele Menschen den Weltgebetstag vor. Auch Pfarrerin Sabine Prunzel hatte früher genau dieses Bild im Kopf. „Aber das stimmt nicht. Der Weltgebetstag ist alles andere als altbacken und kann weltweit wirklich etwas bewegen“, sagt die 52-Jährige. In diesem Jahr bereiten Frauen aus Simbabwe in Südafrika den ökumenischen Gottesdienst vor, der in über 120 Ländern zelebriert wird. Um sie und ihr Leben wird es am am 6. März gehen.
„Steh auf und geh“ ist das Motto des diesjährigen Weltgebetstags. Gefeiert wird am Freitag, 6. März, um 19.15 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche in Altenoythe sowie jeweils um 19 Uhr in der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Petersdorf und in der St.-Petrus-Canisius-Kirche in Sedelsberg.
Vorbereitend wird am Mittwoch, 4. März, um 19.30 Uhr im Michaelis-Haus in Friesoythe, Grüner Hof 29, der Film „Music by Prudence“ gezeigt. Er erzählt von einer mehrfach gehandikapten Frau aus Simbabwe, die zu einer erfolgreichen Sängerin wird und dadurch selbstbestimmt leben kann.
„Der Weltgebetstag ist eine Laienbewegung, die immer von Frauen aus einem bestimmten Land organisiert wird und sich mit ihrer Lebenssituation beschäftigt“, sagt Prunzel. Vor allem für die Frauen aus Simbabwe sei die Vorbereitung des Gottesdienstes von besonderer Bedeutung. „Sie können zeigen, wer sie sind und aus ihrem Land berichten.“ Dies geschieht in diesem Jahr zum einen durch Briefe, die während des Gottesdienstes vorgelesen werden. Zum anderen spielen die Lieder, die den Gottesdienst begleiten, eine wichtige Rolle. „Sie werden zum Teil übersetzt. Aber das Landestypische bleibt trotzdem erhalten.“
Ebenfalls Teil der weltweit stattfindenden Gottesdienste ist es, Kollekten zu sammeln. Die laut Prunzel stets hohe Summe kommt in diesem Jahr verschiedenen Projekten in Simbabwe zugute, die Frauen und Mädchen unterstützen sollen. Und dort ist das Geld laut der Pfarrerein besonders gut aufgehoben. „Frauen dürfen in Simbabwe nicht erben. Wenn der Mann stirbt, stehen sie oft vollkommen mittellos dar“, weiß sie. Auch eine hohe Aids-Rate und häusliche Gewalt belasten das Leben vieler Frauen. Um dies zu verbessern und neue Perspektiven für die weibliche Bevölkerung zu schaffen, sei die finanzielle Unterstützung so wichtig. „Das gibt ihnen Kraft, weil sie sich weltweit von anderen Frauen und Männern getragen wissen.“
Sabine Prunzel ist es ein besonderes Anliegen, sich im Rahmen des Weltgebetstages mit den Frauen aus Simbabwe solidarisch zu zeigen. Dies liegt auch daran, dass sie selbst bereits ein Jahr in Südafrika gelebt und gearbeitet hat. Die 52-Jährige weiß, wie es den Frauen im Land geht.
„Es ist zwar so, dass der Gottesdienst von Frauen vorbereitet wird. Aber selbstverständlich dürfen auch Männer daran teilnehmen“, sagt Prunzel. Sie hebt noch einmal hervor, worum es ihr am Weltgebetstag geht: „Informiert beten und betend zu handeln – darauf kommt es an.“
