Friesoythe - Das hat Seltenheitswert. 1994 ist diese Ehrung das letzte Mal im Offizialatsbezirk Oldenburg verliehen worden. Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes überreichte am Sonntag Weihbischof Wilfried Theising in der St.-Marien-Kirche dem Kirchenmusiker Heinrich Deboi das päpstliche Ehrenkreuz „Pro Eccelsia et Pontifice“ (lat. für: „Für Kirche und Papst“).

Der 59-jährige Friesoyther ließ es sich nicht nehmen, bis zur Kommunion selbst an der Orgel zu sitzen. Musikalisch unterstützt wurde er dabei von der Kirchenband unter der Leitung seines ehemaligen Schülers Gerold Fuhler.

Deboi ist hauptberuflich Musiklehrer am Gymnasium Liebfrauenschule Cloppenburg. Seit 45 Jahren ist er als Kirchenmusiker in seiner Heimatgemeinde und seit 27 Jahren auf Wangerooge tätig. Er ist Mitglied der Bischöflichen Kommission für Kirchenmusik im Bistum Osnabrück, Vertreter des Diözesan-Cäcilienverbandes Osnabrück im Landesmusikrat Niedersachsen und Mitbegründer der Chorklassen am Hohen Dom zu Osnabrück.

In seinem jahrzehntelangen kirchenmusikalischen Wirken habe sich Deboi „hervorragende Verdienste erworben und ausgezeichnet durch eine große Leidenschaft für die Kirchenmusik, geprägt und motiviert durch einen tiefen christlichen Glauben“, hatte Bischof Dr. Felix Genn in seinem Empfehlungsschreiben an Papst Franziskus geschrieben. „Sowohl der Heimatpfarrer aus St. Marien in Friesoythe, der Pfarrer der Inselpfarrei St. Willehad auf der Insel Wangerooge, Vertreter der Diözese Osnabrück als auch der Bischöfliche Offizial für den Offizialatsbezirk Oldenburg, Weihbischof Wilfried Theising, unterstützen diesen Antrag,“ hatte Genn weiter geschrieben.

Er könne die lange Liste der Tätigkeiten von Heinrich Deboi kaum glauben, scherzte Dechant Michael Borth. Der Musiker sehe dazu viel zu jung aus. Das spreche dafür, dass Musik jung halte. Es sei immer etwas ganz Besonderes, Deboi im Gottesdienst zu erleben, zollte er ihm Respekt. „Denn die Kirchenmusik hilft uns allen, das, was wir im Glauben fühlen und was uns zu Herzen geht, auch zum Ausdruck zu bringen.“

„Wenn einer geehrt wird, werden alle geehrt“, zitierte Theising in seiner Laudatio Apostel Paulus. „Und wenn sich einer freut, freuen sich alle.“ Mit der Verleihung des päpstlichen Ehrenzeichens werde sichtbar, dass „wir in der katholischen Kirche nicht nur eine kleine Kirche sind, sondern eine Universalkirche.“ Die Freude reiche sogar bis nach Wangerooge, meinte Theising mit Blick auf Pfarrer Egbert Schlotmann, der den weiten Weg von der Insel genommen hatte. Denn zusätzlich zu seinem Engagement in Friesoythe, Osnabrück und Cloppenburg sei Deboi seit 27 Jahren auf der Insel ehrenamtlich als Organist, Chor- und Ensembleleiter in der Urlauberseelsorge der katholischen Kirchengemeinde St. Willehad Wangerooge tätig.

Dass die päpstliche Urkunde schon im Mai 2018 im Vatikan ausgestellt worden sei, mache sie nicht weniger wertvoll, scherzte Theising, als er sie Deboi unter Applaus der Gläubigen überreichte und ihm auch das Abzeichen an die Brust heftete.

Er sehe die Auszeichnung als klaren Auftrag weiterzumachen, bedankte sich Heinrich Deboi sichtlich gerührt bei Theising für sein Kommen und die große Ehrung. Und Dechant Michael Borth sicherte der Musiker zu: „Deine Leidenschaft für eine würdevolle Liturgie und die feierliche Gestaltung von Gottesdiensten ist so ansteckend, dass ich hier gerne als Musiker weitermache.“