FRIESOYTHE - Klaus-Dieter „Zebu“ Hildebrandt zupft wild an den Saiten seiner E-Gitarre, Heiner Schepers lässt seine Trommelstöcke auf sein Schlagzeug prasseln und Martin Glup lässt beim Gesang zum Rolling-Stones-Klassiker „Jumping Jack Flash“ seinen Emotionen freien Lauf. Die Zuschauer in der ausverkauften Wassermühle sind schier aus dem Häuschen, was „Zebu and the Gnus“ ihnen an diesem Sonnabendabend an musikalischer Feinkost liefern.

„Die Band ist einfach super. Hier gibt’s Musik, die ohne Umweg übers Gehirn direkt in die Füße geht“, lacht Maria Oltmann. Viele der Songs, die die Band um Klaus-Dieter „Zebu“ Hildebrandt an diesem Abend spielt, kennt die 50-jährige Friesoytherin aus ihrer Jugendzeit. So geht es vielen an diesem Abend im Publikum, das mehrheitlich die 30-Jahre-Altersgrenze längst überschritten hat. Doch Spaß an guter Rock- und Pop-Musik ist eben keine Frage des Alters, sondern der Einstellung. Und die stimmt an diesem Abend zu 100 Prozent.

Das zeigt auch Bandmitglied Martin Glup (48), der mit gekonntem Gesang vielen Gästen das Gefühl gibt, die Rock- und Pop-Heroen wie Rolling Stones, Beatles, J.J. Cale oder Eagles stünden an diesem verregneten Abend leibhaftig auf der kleinen Bühne in Friesoythe. „Das ist bereits mein drittes Konzert mit Zebu and the Gnus in der Wassermühle und bestimmt nicht mein letztes. Die Band ist einfach klasse, weil sie gute, handgemachte Musik ohne Schnickschnack spielt“, begeistert sich Kerstin (36) aus Sedelsberg für den Auftritt der Kultband.

Für Begeisterung beim Publikum sorgen beim Auftritt auch die beiden Sängerinnen Anne und Stefanie Reiners mit ihrem Gesang. Eine Gänsehaut läuft wohl so manchem bei Anne Reiners gefühlvoll vorgetragenem Jazz-Standard „Ain’t no Sunshine“ über den Rücken. Beim Ohrwurm „A Horse with no Name“ der Gruppe America wird gleich das ganze Friesoyther Publikum zum großen Chor.

Zum Schluss des mehrstündigen Konzertabends hält es kaum einen der Gäste mehr an den Stehtischen. Friesoythe tanzt und das ist auch gut so. „Wir kommen wieder“, verspricht „Zebu“ Hildebrandt seiner treuen und großen Fan-Gemeinde nach dem Ende des umjubelten fünften und damit Jubiläumsauftritts in der alten Wassermühle.