FRIESOYTHE - Justus Frantz spielt Mozart: Am Sonnabend gastierte der weltberühmte Pianist und Dirigent mit „Klassik für Kids“ und der „Großen Mozartnacht“ im Forum am Hansaplatz. Justus Frantz ist bekannt dafür, immer wieder einem breiten Publikum Zugang zu seiner Musik zu verschaffen. Eine besondere Rolle spielt für den Musikprofessor dabei die Arbeit mit Kindern. Mit „Klassik für Kids“ produzierte Frantz bereits eine ganze Reihe von Tonträgern, auf denen er klassische Werke verschiedener Komponisten kindgerecht erklärt.

Aber auch Klassik zum Anfassen hat der Künstler für junge Musikinteressierte in seinem Programm. Im Vorfeld zur „Großen Mozartnacht“ rief Justus Frantz Schulklassen dazu auf, sich um die Teilnahme an einer Konzertprobe zu bewerben. Den Zuschlag erhielt die Marienschule Friesoythe. 25 Drittklässler kamen in Begleitung der Lehrerinnen Annette Niemann und Meike Horn ins Forum. Geduldig warteten sie auf den Künstler und wurden dafür mit einer lehrreichen, spannenden und lustigen Musikstunde belohnt. Frantz nahm die Kinder mit auf eine Gedankenreise in die Zeit Mozarts, stellte eine Komposition von „Mozarts Butterbrot“, die „Ärger-Sonate“ und den Türkischen Marsch vor. Während einer kleinen Diskussionsrunde blieb keine Frage der kleinen Zuhörer unbeantwortet. Sogar auf Spanisch, Russisch und Französisch stand er Rede und Antwort.

Frantz sparte aber auch nicht mit Kritik. Auf die Frage, mit welcher Motivation heraus er sich so für das Musizieren mit und für Kinder einsetzt, antwortete er: „Wenn Politiker am wenigsten können, werden sie Kultusminister. Dann treffen sie sich gemeinsam in der Kultusministerkonferenz und überlegen, wie sie die Bildungschancen der jungen Menschen noch mehr verschlechtern können. Darum bin ich hier“, so Frantz.

Ganz alleine musste Justus Frantz den Unterricht aber nicht erteilen. Der zwölfjährige Lukas Burrichter und der zehnjährige Jan Niemann fassten all ihren Mut zusammen und durften am großen Konzertflügel ihr Können zum Besten geben. Besonders freute sich Frantz über die von den Schülern gebastelten Autogrammkarten und signierte sie ganz nach den Wünschen der Kinder.

Nur zwei Stunden Pause gönnte sich der Künstler nach der „Schulstunde“, bevor um 20 Uhr die „Große Mozartnacht“ begann. Auf die Minute pünktlich trat der Künstler vor die 200 Besucher. Gleich zu Beginn bat er seine Konzertgäste um Verständnis für eine im Forum eher ungewöhnliche Maßnahme. „Ich bitte Sie, mir zu gestatten, den Krematoriumsvorhang hinter mir zur Seite schieben zu dürfen. Er nimmt die ganzen Obertöne, die ich für mein Konzert brauche. Außerdem ist der Flügel schon älteren Datums und nicht das Modell, welches ich sonst zu spielen pflege.“ Das Publikum gestattete und Frantz machte die „Mozartnacht“ zu einem Musikerlebnis.