FRIESOYTHE - Unglücklich nippen die beiden Brüder Gabriel und Klaus Biedermann an ihrem Bier. Ihre Kneipe bleibt heute geschlossen, denn zu oft blieb ihnen schon die Kundschaft weg. „Das ist doch auch kein Wunder, hier sieht es ja aus wie im Reste-Verkauf bei IKEA“, mischt sich plötzlich „Zwinker-Eddi“ ein, der sich durch die Tür geschlichen hat. In der kleinen Kneipe wirkt er mit weißem Hut und Schal ein bisschen wie ein Paradiesvogel. Er hat auch schon die passende Lösung parat: Eine hübsche Kellnerin muss her, um die Gäste anzulocken.

Mit dieser Szene beginnt die plattdeutsche Komödie „Mannlü Wirtschaft“. Der Theaterverein Friesoythe feiert mit ihr am Sonnabend, 13. März, in der Realschule Premiere. In dem Stück versucht „Zwinker-Eddi“ (Martin Möller-Render) den beiden Brüdern Gabriel (Stephan Kösters) und Klaus (Rüdiger Hempen) aus der Patsche zu helfen, was leichter wäre, wenn da nicht die beiden Stammgäste wären: Der Quartalssäufer Arno und die schrille Susi.

„Das Zwielicht liegt mir schon sehr“, lacht Möller-Render, der im wahren Leben ein Polizist ist. Er sprang kurzfristig für Heiner Wessels ein, der aus beruflichen Gründen verhindert ist. Jetzt genieße er es aber, auf der Bühne ein ganz anderer zu sein. Ähnlich geht es Anne Schweigatz, die als Susi auftritt. „Sie trägt schrille Kleidung und schmeißt sich an jeden Mann heran, der nicht bei drei auf den Bäumen ist“, sagt sie.

„Uns ist es wichtig, dass jeder einmal alles spielt“, erklärt Regisseur Wolfgang Niehaus. Das Ziel sei, das keiner auf einen bestimmten Typus festgelegt werde. Ein Beispiel sei Gregor Lübbers, der als Arno auftritt. „Er hat sonst immer Hauptrollen, aber diese Rolle spielt er auch gern“, so Niehaus.

Der Theaterverein ist eine bunte Truppe – Landwirte, Polizeibeamte und Bankkaufleute spielen hier die Rollen. „Angefangen haben wir im Advent“, erinnert sich Niehaus. Zunächst wurden die Texte gelernt, bevor im Januar die Proben begannen. Seit Anfang März proben sie dreimal pro Woche. „Irgendwann passt es einfach, dann kann man nichts mehr verbessern“, sagt Niehaus. Bei einer inoffiziellen Generalprobe stellen die Schauspieler ihr Können erstmals unter Beweis. Die Aufregung wird sicher groß sein, denn Verwandte und Freunde sind die Juroren.