FRIESOYTHE - FRIESOYTHE/TH - Die inzwischen schon traditionsreiche Konzertreihe „Friesoyther Orgelkonzerte“ in der St-Marien-Kirche, die 1998 von dem Friesoyther Organisten Werner Haselier ins Leben gerufen worden ist und stets einen Komponisten oder eine Kompositionsform im Mittelpunkt ihrer Programme hat, nimmt in diesem Jahr als Leitmotiv das Thema „Variationen“ vor. Die Reihe startet am Sonntag, 10. April, mit einem Konzert des jungen Erfurter Domorganisten Silvius von Kessel.
Die Orgelmusik ist in allen Eporchen besonders reich an Variationswerken. Die „Königin der Instrumente“, wie die Orgel auch bezeichnet wird, bietet aufgrund ihrer unterschiedlichen Register und Klangfarben sowohl den Komponisten als auch den Interpreten eine Fülle von Möglichkeiten, Variationen eines Musikthemas zu präsentieren. So erwartet den Besucher der „Friesoyther Orgelkonzerte“ ein breites Spektrum: Bekantes wie etwa die berühmte Passacaglia von Johann Sebastian Bach, Populäres wie die „Variations on America“ von Charles Ives und Tiefgründiges wie die fis-Moll-Variationen, die höchste Anfroderungen an die Virtuosität des Organisten stellen.
Im ersten Konzert am Sonntag, 10. April, (20 Uhr in der St.-Marien-Kirche) hat Silvius von Kessel ein einziges großes Werk im Programm, das es aber in sich hat: Kessel spielt die 3. Symphonie d-Moll von Anton Bruckner, die die meisten Musikliebhaber als Orchesterfassung kennen, als die Bruckner sie auch geschrieben hat. Der Satz der Symhonie ist ein Variationssatz. Das Besondere an dem Programm ist außerdem: von Kessel spielt direkt aus der Orchesterpartitur.
Silvius Carlos Benedict von Kessel ist gebürtiger Oldenburger. Er studierte an der Folkwang-Hochschule in Essen Kirchenmusik. Nach seinem Studium, das er mit Auszeichnung abschloss, erhielt er im Jahr 1991 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst ein zweijähriges Auslandsstipendium. So studierte er von 1991 bis 1994 in Paris und legte dort das „Diplôme de Concertiste“ an der Großen Orgel der Kathedrale Notre Dame ab.
Seit 1994 ist von Kessel Domorganist und -kantor am Erfurter Dom St. Marien und seit 1995 Orgelsachverständiger und -beauftragter für Kirchenmusik des Bistums Erfurt. Darüber hinaus hatte er von 1995 bis 2004 einen Lehrauftrag an der Musikhochschule „Franz-Liszt“ in Weimar. 1995 gründete er die Konzertreihen der „Internationalen Orgelkonzerte zu Erfurt“ und der „Studenten-Orgelkonzerte“.
