FRIESOYTHE - In den beiden südoldenburgischen Landkreisen Cloppenburg und Vechta wird seit dem Jahr 2005 abwechselnd in Städten und Gemeinden das plattdeutsche Jahr ausgerichtet. Veranstalter waren bisher Steinfeld, Garrel, Visbek, Goldenstedt und Dinklage. Im Jahr 2010 ist es die Stadt Friesoythe. Die Veranstaltung geht zurück auf eine Idee des früheren Steinfelder Gemeindedirektors Peter Möllmann.
Mit dem plattdeutschen Jahr soll die niederdeutsche Sprache stärker in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Mit einem „Bündnis för use Platt“ haben sich alle 23 Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg verpflichtet, sich für das Kulturgut „Plattdeutsch“ einzusetzen. Die Stadt Friesoythe hat einen Arbeitskreis eingerichtet, der das plattdeutsche Jahr mit Veranstaltungen begleiten wird. Im Januar soll ein Faltblatt der Stadt erscheinen mit Informationen über die Aktionen und Veranstaltungen zum plattdeutschen Jahr.
Auch die NWZ wird das plattdeutsche Jahr in Friesoythe begleiten. Dazu hat sie sich die Mitarbeit von zwei anerkannten plattdeutschen Autoren aus der Region gesichert: Dr. Jutta Engbers aus Friesoythe und Franz Schwalm aus Bösel werden regelmäßig mit ihren plattdeutschen Beiträgen die Friesoyther NWZ -Lokalausgabe bereichern.
Dr. Jutta Engbers, geboren 1969 in Hannover, lebt in Friesoythe und arbeitet als Fachanwältin für Verwaltungsrecht mit einem Magister Niederdeutsch an der E.M.A. Universität Greifswald. Sie vertritt die Interessen der Niederdeutschen Sprache als Mitglied Niedersachsens im Bundesrat für Niederdeutsch sowie auf Landesebene als Mitglied der Fachgruppe Niederdeutsch im Niedersächsischen Heimatbund (NHB) und schreibt niederdeutsche Texte (u.a. Borslapreisträgerin 2007). Lokal ist sie als Mitglied der Warkstäe in Stapelfeld und des Spieker-Schrieverkring bekannt.
Franz Schwalm, geboren 1934, lebt in Bösel, ist Diplom Verwaltungswirt und seit 1998 Rentner. Er ist plattdeutsch aufgewachsen (Südoldenburger Platt, Bäöseler Platt). Franz Schwalm ist Mitglied der Plattdütsche Warkstäe Stapelfeld und im Spieker-Schrieverkring für niederdeutsche Kultur sowie der Redaktion „Snacken un Verstahn“ der NWZ . Er ist außerdem Mitglied in der Borsla-Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur e.V. Bösel. Schwalm hat eigene Bücher in plattdeutsch veröffentlicht, schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und hat Kalender gestaltet: „De plattdütsche Klenner, Oldenburg“ und „Eutiner Klenner, Eutin“. Hinzu kommen Anthologien, Bildbände und Jahrbücher. Seit 1989 schreibt Franz Schwalm regelmäßig die plattdeutsche Kolumne „Van Naober tau Naober“ in der NWZ .
