FRIESOYTHE/OLDENBURG - Dieser Besuch ließ das Herz des Leiters des Postgeschichtlichen Museums Friesoythe, Wolfgang Letzel, höher schlagen. Anja und Uwe Vogel sowie Käthe Schott aus Oldenburg waren mit einem Geschenk angereist.

Im Gepäck hatten sie eine alte „Postillions“-Uniform, der Uniform des damaligen Postkutschers, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die sie dem Museum überbrachten.

„Diese Uniform hat meinem Vater, Fritz Klusmann, gehört, der im August gestorben ist“, sagt Anja Vogel. „Sein Wille war, dass diese Uniform, mit der er auf Festen und Märkten der Region als Musiker unterwegs war, nach seinem Tod ins Museum kommt“, führt Vogel fort.

Zu dieser originalgetreuen, professionell gefertigen Uniform, die sich Klusmann – der selbst mehr als 30 Jahre im Postdienst tätig war – in den 80er-Jahren hat schneidern lassen gehören neben der Jacke eine Hose, Stiefel, ein Zylinder, ein Posthorn, eine Scherpe sowie ein schwerer Mantel. „In Oldenburg existiert seit Mitte der 90er- Jahre kein Postgeschichtliches Museum mehr. Deshalb haben wir jetzt Glück gehabt“, freut sich Letzel.

„Wir meinen, dass die Uniform hier auch deshalb gut aufgehoben ist, weil Fritz, der den meisten besser als ’Fidi’ bekannt sein dürfte, auch immer mit der Oldenburger Blaskapelle beim Friesoyther Schützenfest aufgelaufen ist“, sagt Käthe Schott, die Lebensgefährtin von Klusmann. „Wir werden für die Uniform extra eine Vitrine bauen lassen, in der sie dann neben unseren anderen, alten Postuniformen den Gästen des Museums angemessen präsentiert werden kann“, versichert Letzel den Spendern aus Oldenburg.

Laut Letzel werden noch häufig Dinge im Postgeschichtlichen Museum in Friesoythe abgegeben. „Viele Leute haben noch alte Fernsprecher oder ähnliches zuhause, die sie nicht mehr benötigen. Diese können sie hier abgeben“, so Letzel. Exponate seien immer sehr gern gesehen, nur die Kapazitäten des Museum sind laut Letzel begrenzt: „Wir hätten noch freie Räume in diesem Gebäude, aber um diese zu nutzen, müssten wir sie ausbauen, und dafür fehlt leider das Geld.“