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Stadtrundgang In Friesoythe Was verbirgt sich in der Eisenstadt?

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Soeke Heykes

Friesoythe - Eine Schmiedeskulptur, ein Glockenspiel und ein imposantes Wandgemälde: Bei einer Tour durch die Stadt Friesoythe springen Besuchern die zahlreichen Sehenswürdigkeiten förmlich ins Auge. Sie verweisen auf Friesoythe als Eisen- und Schmiedestadt. Sie ist sogar die nördlichste deutsche Stadt im „Ring der Europäischen Schmiedestädte“.

Nachdem die NWZ bereits unter anderem den Sensenschmied, die Brücke der Freundschaft sowie den Gotischen Ring vorgestellt hat, folgen in dieser Ausgabe weitere Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Ferro Inside

Die Schmiedeskulptur „Ferro Inside“ an der Alte Mühlenstraße 6 misst eine Größe von etwa fünf Metern. Sie wurde im Zuge des Weltschmiedekongresses Ferro Insight 2000 geschmiedet. Die Anfertigung dieser Skulptur war eine große Kooperation von dem Friesoyther Diplom- Metalldesigner und Schmiedemeister Alfred Bullermann und rund 35 bis 40 Schmiedemeistern. Laut dem Internetauftritt der Stadt Friesoythe wurde sie am 10. September 2000 vor dem Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ aufgestellt.

Im 15. Jahrhundert

Wie die Eisenstadt im 15. Jahrhundert ausgesehen hat, zeigt ein Bronzemodell an der Kirchstraße in Friesoythe. Der Grundriss bildet die gesamte Stadt mit den drei Stadttoren und den früheren Häusern ab. Laut der Stadt Friesoythe habe sich der Verlauf der Straßen bis heute kaum verändert. Das Modell steht vor der St.-Marien-Kirche.

Glockenspiel

Am Rathaus „Stadtmitte“, Lange Straße 1a, steht ein Geschenk an die Bürger der Stadt, das auf Initiative des Aktionskreises Friesoythe „Wir gestalten unsere Stadt“ entstanden ist: das Glockenspiel. Finanziert wurde es durch Spenden und verschiedene Beiträge. Eingeweiht wurde das Glockenspiel am 27. April 2001. Die zwölf Glocken läuten fünfmal täglich mit verschiedenen Melodien.

Zudem richtete der Aktionskreis mit der Beteiligung der Stadt auch den von der Friesoyther Architektin Kerstin Kramer gestalteten Rathausgiebel ein. Das alte Rathaus umfasst die Räume des Katholischen Bildungswerks und die des Postgeschichtlichen Museums.

Heinrich von Oytha

Eine Skulptur in der Kirchstraße soll an der um 1330 in Friesoythe geborenen Heinrich von Oytha erinnern. Der Theologe lehrte 1362 an der hohen Schule in Erfurt, um 1367 wurde er dann zum Priester geweiht. Anschließend arbeitete er an der Universität Prag, und danach hatte er einen theologischen Lehrstuhl an der Universität Paris inne. Von Oytha und sein Freund Heinrich von Langenstein bekamen 1384 eine Professur in Wien. An der Universität Wien hoben sie das Ansehen so dermaßen, dass angenommen wurde, sie seien Mitbegründer. Für die Universität gelten sie als Gründer der Katholisch-Theologischen Fakultät. Im Mai 1397 starb von Oytha in Wien.

Schmiederelief

Das Kunststeinrelief, Burkamp 12, soll an die Blütezeit der Friesoyther Schmiedegilde aus dem 16. und 18. Jahrhundert erinnern. Es wurde 1966 von dem Bremer Bildhauer Claus Homfeld geschaffen.

Früher verarbeiteten die Schmiedemeister Raseneisenerz in Rennöfen. Sie gewannen durch Erhitzen und Bearbeiten daraus schmiedbares Eisen. Daraus wurden nach Angaben der Stadt Friesoythe hochwertige Sensen und andere Arbeitsgeräte geschaffen.

Wandgemälde

An einem Gebäude an der Moorstraße prangt direkt über dem Jeansgeschäft „Tatort“ an dem sonst weißen Haus ein durch dunkle und warme Farben ausdrucksstarkes Wandgemälde. Es zeigt einen Schmied, der gerade ein Stück Eisen in Form bringt. Im Hintergrund lodert währenddessen ein Feuer im Kamin.

Geschaffen wurde das Wandgemälde 2014 von der Künstlerin Michaela Rumpke aus Friesoythe. In Auftrag gegeben wurde es von Heinrich Kuhlmann. Er wollte ein Bild, das das Thema Eisenstadt aufgreift, es war ein Beitrag zum Wettbewerb „Ab in die Mitte“.

Wie seine Tochter Dorothea Kuhlmann-Arends sagt, der das Gebäude gehört, soll das Gemälde symbolisch ihren Großvater darstellen. „Sein Vater und Großvater haben selbst geschmiedet, wir haben auch noch eine Schmiedeausrüstung mit Ambos im Keller.“

Die Künstlerin Rumpke hat ungefähr zwei Wochen für das Gemälde gebraucht. Ein Graffiti ist es allerdings nicht, es wurde mit Farbe an die Wand gebracht. Es misst ungefähr zwei bis drei Quadratmeter und soll neben der Erinnerung an den Vater von Heinrich Kuhlmann auch ein Zeichen für das Schmiedehandwerk sein, das die Stadt so sehr geprägt hat.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)
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