FRIESOYTHE - Nicht nur draußen war es kalt, auch in der Friesoyther Marienkirche waren die Besucher der Unesco-Weihnachtsgala am Donnerstagabend gut beraten, ihre Winterjacken anzubehalten. Dann verzögerte sich das Konzert auch noch um 50 Minuten, da die Harfenistin Eva Deborah Keller auf den verschneiten Straßen feststeckte. Die Regensburger Domspatzen, das Ensemble Classique, Harfenspielerin Keller und nicht zuletzt Schauspieler Christian Wolff hatten unter diesen Umständen die schwierige Aufgabe, den 650 Besuchern in der ausverkauften Kirche jedenfalls warm ums Herz werden zu lassen.

Das ist ihnen während ihres einstündigen Programms vollends gelungen. Schon allein der kräftige Beginn mit Glockenklang, Pauken, Posaunen und Trompeten beeindruckte. Christian Wolff trug dann mit seiner wohlklingend sonoren Stimme – begleitet von der Harfe – die Weihnachtsgeschichte vor. Die grandiosen jungen Sänger aus Regensburg unter der Leitung von Kathrin Giehl und das hochkarätige Blechbläsersextett trugen dazu bei, dass Text und Musik zu einer faszinierenden Einheit wurden.

Durch diese Verschmelzung erlebten die Besucher die allseits bekannte Weihnachtsgeschichte in einer ganz besonderen Art und machte sie zu einem vorweihnachtlichen Erlebnis, das vielen lange in bester Erinnerung bleiben wird. Den Regensburger Domspatzen sicherlich auch, denn Friesoythe war der Start ihrer Abschiedstournee. Im kommenden Jahr wird der Tölzer Knabenchor die Weihnachtsgala begleiten.

Gansehaut gab es am Ende doch noch. Aber nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Zugabe: „Stille Nacht“ – gesungen von den Domspatzen und von den Blechbläsern kraftvoll inszeniert – war durch die grandiose Akustik in der Kirche eine wahre Freude. Da war der holprige Start des Konzertes längst vergessen.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)