FRIESOYTHE - Wo man auch hinsieht, überall hängen, liegen, ticken Uhren. Einige geben einen leisen Gong von sich – pünktlich jede halbe oder gar Viertelstunde. Die Vorstellung, dass diese Uhren alle umgestellt werden müssen, ist kaum greifbar. Dennoch: Seit zwei Wochen sind beim Uhren- und Schmuckhändler Stuke die Mitarbeiter fleißig dabei, sich auf die Umstellung der Uhrzeit einzustellen. Nach und nach werden bereits alle laufenden Uhren auf die Winterzeit eingestellt. Am Ende kann man nicht nur die richtige Zeit bei den Uhren im Schaufenster ablesen, sondern sogar bei denen, die im Lager liegen.
Viele Uhren – viel Mühe
Bei über 1000 Uhren, die im Laden und Lager liegen, eine kleine Herausforderung. „Natürlich machen wir das nicht an einem Stück, immer wenn etwas Zeit zur Verfügung steht, werden einige Uhren schon einmal auf die Winterzeit eingestellt“, so Bernhard Stuke, Uhrmacher. Es gebe allerdings auch Uhren, die man nicht umstellen müsse, wie zum Beispiel funkgesteuerte oder mechanische Uhren, die ja erst aufgezogen werden müssten.
Die Uhrumstellung bereitet jedoch nicht nur dem Uhrmacher selbst, sondern auch einigen Kunden Kopfzerbrechen. Manche digitale Uhren sind so kompliziert, dass sie von ihren Besitzern nicht eigenhändig richtig eingestellt werden können. Denen wird dann im Laden geholfen. Genau wie beim Juwelier Pancratz, der insbesondere nach der Zeitumstellung viele Batterien in den Uhren auswechseln muss. „Viele stellen bei der Zeitumstellung erst einmal fest, dass ihre Uhr gar nicht mehr funktioniert“, berichtet Theodor Pancratz, der die Uhren nicht jedes Mal umstellt: „Die werden überhaupt erst nach dem Verkauf zum Laufen gebracht.“ Vorher lägen die Uhren still im Laden.
Automatische Umstellung
Den Kirchen bereitet hingegen die halbjährliche Zeitumstellung keine Probleme. Die Uhr des Markhauser Kirchturms wird seit Jahren automatisch per Funk eingestellt, erzählt Küsterin Marlies Konen. Niemand müsse mehr auf den Kirchturm hinauf klettern, nur um die Uhr einzustellen, bestätigt Konen. Auch bei der evangelischen Kirche St. Michaelis muss nichts mehr manuell verändert werden. Zwar verfügt der Turm über keine Uhr, doch die Glocken werden über die Zeit gesteuert, um rechtzeitig zu läuten. Dass zur rechten Zeit zum Gottesdienst geläutet wird, dafür sorge inzwischen eine durch die Atomuhr per Funk gesteuerte Vorrichtung, so Küsterin Doris Drees.
Automatisch läuft es auch bei der Landessparkasse in der Stadt. Die digitale Uhr stellt sich von allein um, nur bei der kleinen Uhr im Innenraum der Filiale muss noch selbst Hand angelegt werden. Eine Sache, die in wenigen Sekunden erledigt ist. Dann ticken alle Uhren wieder ein halbes Jahr lang anders – bis im März die Umstellung auf die Sommerzeit ansteht.
