Sandkrug - Musik ist nicht nur eine universelle Sprache, die Menschen aus unterschiedlichen Ländern verbinden kann. Ihr gelingt dieses Kunststück über die Jahrhunderte hinweg. Ein beeindruckendes Beispiel lieferte am Freitagabend das Konzert des Trios „widerklang“ aus Bremen in der Kulturscheune beim Tee + Café in Sandkrug.
Wer angesichts der angekündigten „early music“ – die Kompositionen stammten aus dem 16. Jahrhundert – fürchtete, keinen Zugang finden zu können, wurde angenehm überrascht. Die Themen, die Thomas Campion (1567 – 1620) und John Dowland (1563 – 1626) in ihren Liedern verarbeiteten, sind zeitlos. Es sind die Liebe, die Frauen, das Begehren und die Freiheit – zum Teil in bemerkenswert doppeldeutige Texte gegossen.
Die über 400 Jahre alten Melodien beeindruckten die Zuhörer durch ihre Frische und Ästhetik. Maßgeblichen Anteil daran haben die Arrangements, die Benjamin Faber (Gitarre, Gesang) den Kompositionen beim Übertragen auf moderne Instrumente verpasst hat. Gemeinsam mit Johanna Schönbeck (Blockflöten) und Margarete Thyssen (Violoncello) überzeugte der Gitarrist durch harmonisches Zusammenspiel, souveränen Gesang und charmante Moderationen.
Dem Kulturkreis Sandkrug ist mit diesem ungewöhnlichen Konzert ein besonderer Glücksgriff gelungen. Das zeigte auch der lange Beifall am Ende des Abends.
