Eversten - Die guten Kontakte zu seiner Nachbarschaft in Eversten pflegt er, er sieht sich gern Fernsehsendungen an und liest täglich die NWZ: Etwas ruhiger lässt es Heinz Schilling mittlerweile dann doch angehen. 100 Jahre alt ist der rüstige Eisenbahner-Pensionär am Sonntag geworden und freute sich über die vielen Gratulanten.

Glückwünsche der Stadt Oldenburg überbrachte Bezirksvorsteher Hans Müller. Einen Präsentkorb, einen Blumenstrauß und eine Urkunde überreichten Stadtteilbetreuerin Anneliese Pahl, Helmut Fokkena, 1. Vorsitzender Stiftung Bahn-Sozialwerk, und Seniorenbetreuer Gerold Schumacher.

Heinz Schilling wurde in Oldenburg geboren. 1935 legte er sein Abitur an der damaligen Hindenburgschule (heute Herbartgymnasium) ab und begann seine berufliche Ausbildung als Inspektorenanwärter bei der Deutschen Reichsbahn. Im Zweiten Weltkrieg diente Schilling als Soldat im Nachrichtendienst in Russland. Mit einer schweren Verwundung kehrte er vom Kriegseinsatz zurück.

Im Jahr 1945 trat er wieder in den Eisenbahnerdienst ein. Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren die Bahnhöfe Oldenburg-Krusenbusch, Varel, Sande und das Bundesbahn-Betriebsamt Oldenburg, wo er 1978 als Bundesbahnamtmann (Personalleiter) in den Ruhestand versetzt wurde. Jahrzehntelang war Heinz Schilling Leiter der Eisenbahnfachschule in Oldenburg.

Der Sport spielte im Leben des Everster immer eine wichtige Rolle. In seiner Jugendzeit war Schilling als Tennisspieler, Handballer und Leichtathlet sehr aktiv. Mit Unterstützung von tatkräftigen Mitgliedern gelang es ihm, den alten Reichsbahn-Turn-Sportverein unter dem Namen SG Schwarz-Weiß Oldenburg im Juni 1951 wieder aufleben zu lassen. Er gehörte nicht nur zu den Gründungsmitgliedern, sondern wurde damals auch gleich 1. Vorsitzender. Dieses Amt übte er zehn Jahre erfolgreich aus. Dass der Verein schon ab 1955 über eine eigene Turnhalle in Oldenburg sowie ab 1958 über Sport- und Tennisanlagen in Sandkrug verfügen konnte, zählt zu seinen Verdiensten.

Für sein Engagement wurde Schilling später zum ersten Vorstandsehrenmitglied ernannt. Und für seinen unermüdlichen Einsatz für den Sport in Oldenburg wurde er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland vom damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel ausgezeichnet.

Seit mehr als 40 Jahren wohnt Heinz Schilling im Eigenheim in Eversten. Seine Ehefrau verstarb im Jahr 2003. Zur Familie gehören zwei Kinder, drei Enkel und sechs Urenkel.