Hohenkirchen - Karl-Heinrich Müller, Leiter des Hegrings Wangerland, war sichtlich enttäuscht: Zum Jägerball 2015 im Hotel „Dorf Wangerland“ in Hohenkirchen waren gerade mal gut 90 Gäste gekommen. So war der Traditionsball kurzfristig von der Veranstaltungshalle in den Wintergarten verlegt worden.
„Es ist erschütternd, dass so viele unserer eigenen Mitglieder kein Interesse an diesem traditionellen Ball zeigen“, sagte Müller. Man wolle darüber nachdenken, ob und wie der Ball weiterbestehen könne. Müller beklagte außerdem, dass die seit 2013 geltende Erhöhung der Gema-Gebühren die Kosten in die Höhe treibe.
Trotz der Enttäuschung über den geringen Zuspruch feierten die Ballgäste ein fröhliches Fest: Kaum begann die Band „Roundup“ zu spielen, war die Tanzfläche voll.
Zur Eröffnung traten auch die Jagdhornbläser Wangerland um Gerold Lauts an und umrahmten die Rede Müllers mit Signalen und jagdlicher Musik.
Insgesamt kann die Jägerschaft auf ein durchaus gutes Jagdjahr zurückblicken, berichtete Müller: Das Niederwild habe sich so gut entwickelt, dass überall Treibjagden stattfinden konnten – insbesondere bei Hase und Fasan, beide in den vergangenen Jahren Sorgenkinder, konnten die Jäger zufriedenstellende Strecken erreichen, sagte Müller. „Die Wildbestände im Wangerland sind mit ruhigem Gewissen, aber mit Vorsicht bejagbar.“
Beim Rehwild gelte es jedoch, früher in den Bestand einzugreifen: Rund 60 Prozent der Rehe endet als Fallwild auf den Straßen, das sei viel zu hoch. Den Fuchs habe die Jägerschaft gut im Griff. Im Blick haben Wangerlands Jäger auch den Wolf: Er ist bereits bis nach Süd-Oldenburg vorgerückt. „Die Population steigt“, sagte Müller.
Er blickte außerdem auf Hegemaßnahmen in den Revieren, die Wettkämpfe im jagdlichen Schießen und die Ferienpassaktionen der Jägerschaft zurück.
