Ein Jahr nach der Eröffnung feiert das Laurentius-Hospiz in Falkenburg an diesem Sonnabend ein Sommerfest. Dass die Idee vom Hospiz in der Gemeinde Ganderkesee umgesetzt werden konnte, ist auch dem Träger dieses Hauses, der „mission:lebenshaus“ (eine Tochter der Inneren Mission) und deren Geschäftsführer Pastor Uwe Mletzko (47) zu verdanken.
Vor einigen Wochen durfte ich miterleben, wie Uwe Mletzko als Vorstandsmitglied des Fördervereins Laurentius-Hospiz den Grundschülern in Habbrügge das Thema sehr anschaulich näher brachte. Ich war davon tief beeindruckt und wollte gerne mehr über den Menschen Uwe Mletzko wissen.
Seine Heimat ist Hesedorf in der Nähe von Bremervörde. Gerne half er seinem Nachbarn auf dem Bauernhof oder war auf dem Sportplatz. Beim Laufen auf der Aschenbahn war er nur schwer zu besiegen. Da sein Vater im Rat der Kirchengemeinde saß, war das Thema „Kirche“ in der Familie immer präsent. Gerne ging Uwe Mletzko zum Kindergottesdienst, und nach seiner Konfirmation engagierte er sich in der Jugendarbeit.
Kurz vor dem Abitur absolvierte Mletzko ein Praktikum als Altenpfleger. „Diese Zeit hat mir sehr viel gegeben. Da wollte ich Altenpfleger- oder Krankenpfleger werden“, berichtet er. Uwe Mletzko hatte schon eine Zusage von der Krankenpfleger-Schule in Zeven, doch dann kamen ihm Zweifel. „Ich hatte so gekämpft, um mein Abitur zu bekommen, also wollte ich auch studieren.“
Im August 1988 begann er sein Studium an der kirchlichen Hochschule in Bethel. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Nachtwache in einer Einrichtung für Frauen, die an Epilepsie erkrankt waren. Es war nicht immer einfach, am nächsten Tag dem Unterricht zu folgen. „Besonders in Hebräisch fiel es mir schwer, wach zu bleiben“, erinnert sich Uwe Mletzko.
1991 setzte er sein Studium an der Uni Heidelberg fort. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte er ein Praktikum in Kapstadt. Der dortige Bischof wollte ihn davon überzeugen, als Pastor nach Südafrika zu kommen. „Ich habe kurz darüber nachgedacht, dann aber abgelehnt. Meine Familie ist mir sehr wichtig, und von dort kann ich nicht eben mal kurz nach Bremervörde kommen.“
In Stuttgart war Uwe Mletzko zunächst Theologischer Referent im Diakonischen Werk der EKD, dort absolvierte er auch sein Vikariat. Der Theologe machte Erfahrungen, die entscheidend sein sollten für seinen weiteren beruflichen Weg. Er wollte die dortige Kirchengemeinde neu aufstellen, wurde aber vom zuständigen Kirchenrat ausgebremst. Da entschied sich der junge Pastor, nicht in eine eigene Kirchengemeinde zu gehen, sondern im sozialen Bereich seine berufliche Herausforderung zu suchen.
Nach seinem zweiten Staatsexamen und der Ordination arbeitete er noch weitere zwei Jahre beim Präsidenten des Diakonischen Werkes als persönlicher Referent. Ab Februar 2005 wechselte er als Geschäftsführer der Fliedner Werkstätten nach Mülheim an der Ruhr. In dieser Einrichtung mit über 500 Behinderten entwickelte Mletzko mit seinem Team ein Konzept zur Eingliederung in ein „normales“ Berufsleben und wurde dafür mit einem Bundespreis ausgezeichnet.
Drei Jahre später wechselte er wieder in den Norden, nach Bremen, wo er seit 2008 Vorstandsvorsitzender des Vereins für Innere Mission ist. Zur Inneren Mission gehören diakonisch-soziale Angebote mit über 500 Mitarbeitern. Ein wichtiger Grund für den Wechsel war für Mletzko seine Familie. „Mein Vater war bereits über 80 Jahre alt, und ich wollte meine Schwester bei der Betreuung nicht alleine lassen.“
Einige Male im Monat kann sich Uwe Mletzko auch als Pastor einbringen, wenn Kollegen aus verschiedenen Kirchengemeinden ihn bitten, den Gottesdienst zu übernehmen. In seiner Freizeit zieht es ihn ans und aufs Wasser. „Am besten abschalten kann ich auf den kleinen Nordseeinseln.“ Eine Bekannte ist Seelsorgerin auf einem Kreuzfahrtschiff und bat ihn schon mehrfach, auf eine Reise mitzukommen. „Es wäre ein Traum zum Beispiel auf der Queen Elizabeth in New York einzufahren“, verrät er mir. „Allerdings hat die Sache einen Haken: Ich werde schnell seekrank.“
Pastor Uwe Mletzko, Geschäftsführer der „mission:lebenshaus gGmbH“, dem Träger des Laurentius-Hospizes in Falkenburg
