Sande - Noch einen Monat lang müssen sich die Kameraden der Ortswehr Sande gedulden, dann können sie endlich vom neuen und modernen Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße aus schalten und walten. Am 16. April bezieht die Ortswehr ihr neues Domizil. Der bevorstehende Umzug und der lange Entscheidungsprozess waren beherrschendes Thema bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der beiden Sander Wehren aus Sande und Gödens im Gemeindehaus Neustadtgödens. Der Umzug in den rund 1,1 Millionen Euro teuren Neubau soll eindrucksvoll mit einem Festumzug vom derzeitigen beengten Feuerwehrhaus an der Hauptstraße aus geschehen.

Die Gemeinde Sande setzte ihre Dankeschön-Tradition fort und lud die Mitglieder der Gemeindewehr nach den Jahresberichten und Grußworten zum Heringsessen ein. Das leckere Mahl ist Dank und Anerkennung für die vielen Stunden, die die Feuerwehrleute für die Allgemeinheit opfern.

Und an Dienst- und Einsatzstunden ist auch 2015 wieder viel angefallen, wie Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer bilanzierte. Beide Ortswehren fuhren gemeinsam 97 Einsätze, darunter neben Hilfeleistungen nach Stürmen oder Verkehrsunfällen und technischen Hilfeleistungen auch insgesamt 46 Brandeinsätze.

Im Gedächtnis blieben vor allem die drei Großbrände: Ende April brannten eine Scheune auf einem Bauernhof in Leyleckerhörn sowie ein Dachstuhl eines Wohnhauses in Neustadtgödens. Im Oktober wurden die Feuerwehren zu einem Großbrand ins Gewerbegebiet gerufen. Dort stand eine Halle des Indus­trieservice Nord in Flammen (die NWZ   berichtete).

Zählt man alle Einsätze und Übungen zusammen, so haben die Einsatzabteilungen beider Ortsehren insgesamt 2790 Dienststunden geleistet.

Personell sei die Feuerwehr stabil,berichtete Hoffbauer. Mit 96 Kameraden in der Einsatzabteilung, drunter acht Frauen, sei die Feuerwehr auch personell gut aufgestellt. Das Durchschnittsalter der Gemeindefeuerwehr liegt bei 37,4 Jahren.

Kreisbrandmeister Gerd Zunken sprach von einer Vorzeigefeuerwehr mit einer hohen Einsatzdichte. Der Anteil der Frauen sei überdurchschnittlich, außerdem seien die Sander sehr fortbildungsfreudig. Bürgermeister Stephan Eiklenborg hatte auch nur Lob für „seine Feuerwehr“ und erklärte, dass die Gemeinde kürzlich die Aufwandsentschädigung für die Feuerwehrkameraden erhöht habe. Über die Entwicklung der Ortswehr in Sandes Partenstadt Ueckermünde berichtete deren Ortswehrführer Klaus Buth, der mit einer kleinen Abordnung zu Gast in Sande war.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever