Ain’t no Age for Rock’n’Roll, hieß ein Hit der Veterans. Frei übersetzt: Man ist niemals zu alt für Rock’n’Roll. Mehr noch: Musik hält auch alte Menschen jung. Das weiß Musiklehrerin Gaby Menzel (40) aus Schweiburg, die an der Fachhochschule Vechta ein berufsbegleitendes Studium absolviert hat. Das Thema „Musizieren im Alter“ wird künftig ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit sein.

„Es ist so vielseitig“, sagt die 40-jährige Schweiburge­rin. Themen wie Beschäftigungstherapie, Seelsorge, Arbeit mit Kranken und Behinderten bis hin zur Hospizarbeit wurden in der berufsbegleitenden Ausbildung angesprochen, und Gaby Menzel hat begonnen, sie umzusetzen.

Die Klientel für „Musizieren im Alter“ teilt sie in drei Gruppen ein. Da sind die so genannten jungen Alten, also aktive Senioren im Ruhestand oder am Ende des Berufslebens. Dann gibt es die „mittlere Generation“ und die hochbetagten, oft Pflegebedürftigen Menschen.

Gerade in der letztgenannten Gruppe sei viel zu erreichen, erklärt Gaby Menzel. Bei Demenzkranken könne Musikunterricht zu einer Reaktivierung führen. So biete sie Klavierunterricht oder das Üben auf einer speziellen – für Senioren geeigneten – Flöte an.

„Das hat auch mit Biografiearbeit zu tun“, sagt die Musiklehrerin. Sie erfährt, an welchen Stücken das Herz eines Menschen hängt. Manchmal ist es ein Schlager, manchmal Jazz, Klassik oder ein Volkslied. „Darauf kann man aufbauen. Voraussetzung ist natürlich, dass man für alle Musikrichtungen offen ist.“

Viele Senioren erzählen der Musikpädagogin, dass ihnen früher die Zeit oder das Geld oder beides gefehlt habe, um Musikunterricht zu nehmen. Insbesondere die so genannten jungen Alten wagen deshalb jetzt den Einstieg und erlernen ein Instrument. „Manche kennen zuerst keine Noten, aber entwickeln viel Freude am Musizieren.“

Das Instrument, das jeder Mensch immer dabei hat, und das deshalb bei Gaby Menzels Arbeit eine wichtige Rolle spielt, ist die Stimme: „Singen aktiviert Lungen, Herz und Kreislauf, und jeder kann singen.“

Gaby Menzel stammt aus Mittelfranken und begeisterte sich früh für die Kirchenmusik. Sie studierte in Nürnberg und Leipzig, bevor sie an die Küste zog. Auch in der Wesermarsch engagiert sie sich musikalisch in mehreren Kirchengemeinden. Dass sie vom Katholizismus zur lutherischen Kirche konvertierte, liegt nicht zuletzt an Martin Luther – einem ihrer Vorbilder. Gaby Menzel zitiert den Reformator mit den Worten: „Wer singt, der betet.“ jl

Gaby Menzel Musiklehrerin